Catherine O’Hara stirbt mit 71 Jahren – eine Ikone der Comedy mit Herz, Schärfe und Seele

Catherine O’Hara war eine Künstlerin ohne Eitelkeit, aber mit untrüglichem Instinkt. Sie spielte starke Frauen, verletzliche Frauen, lustige Frauen – und machte sie alle würdevoll. Ihre Comedy war nie laut um ihrer selbst willen, sondern immer präzise, klug und voller Empathie.

Die Film- und Fernsehwelt trauert um Catherine O’Hara. Die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin ist im Alter von 71 Jahren in ihrem Zuhause in Los Angeles nach kurzer Krankheit gestorben, wie ihre Agentur CAA bestätigte. Mit ihr verliert die Branche eine der außergewöhnlichsten Künstlerinnen ihrer Generation – eine Frau, die Comedy nie als leichte Disziplin verstand, sondern als präzises Handwerk und als Spiegel menschlicher Wahrheiten.

Geboren am 4. März 1954 in Toronto, begann O’Hara ihre Karriere dort, wo viele der größten Comedy-Talente Kanadas ihren Ursprung haben: bei Second City. Mit gerade einmal 20 Jahren wurde sie Teil des Ensembles, zunächst als Understudy von Gilda Radner, später als festes Mitglied. Wenig später schrieb sie Fernsehgeschichte mit SCTV, jener legendären Sketchshow, die Karrieren von John Candy, Eugene Levy, Rick Moranis, Harold Ramis und vielen anderen begründete. O’Hara war nicht nur Darstellerin, sondern auch Autorin – eine Doppelbegabung, die ihr gesamtes Schaffen prägen sollte.

Für ein weltweites Publikum wurde sie 1990 zur unvergesslichen Mutterfigur, als sie in Home Alone als Kate McCallister verzweifelt durch Kontinente reist, um ihren Sohn Kevin zu retten. Der Film wurde zum Weihnachtsklassiker, O’Hara zur emotionalen Seele eines Popkultur-Phänomens. Doch sie ließ sich nie auf diese Rolle reduzieren. In Tim Burtons Beetlejuice spielte sie mit anarchischer Lust die exzentrische Delia Deetz – eine Figur, die sie 2024 im Sequel erneut verkörperte und damit Generationen verband.

In den folgenden Jahren wurde sie zur festen Größe in den Improvisationsfilmen von Christopher Guest und bewies dort ihre vielleicht größte Stärke: Figuren zu erschaffen, die zugleich absurd, tragisch und zutiefst menschlich sind. Diese Fähigkeit kulminierte in Schitt’s Creek, wo sie als Moira Rose eine der ikonischsten Serienfiguren der letzten Jahrzehnte schuf. Für diese Rolle gewann sie 2020 ihren zweiten Emmy – und eroberte eine neue Generation von Fans. Die Serie wurde spät zum Welterfolg, ein Umstand, den O’Hara selbst als Geschenk empfand. Sie war, wie sie einmal sagte, immer eine späte Blüte – und stolz darauf.

Zuletzt war sie in der Hollywood-Satire The Studio zu sehen, wo sie als entmachtete Studio-Chefin Patty Leigh mit feiner Ironie und tiefer Melancholie spielte. Es sollte ihre letzte Serienrolle werden. Eine zweite Staffel war bereits in Vorbereitung.

Catherine O’Hara war eine Künstlerin ohne Eitelkeit, aber mit untrüglichem Instinkt. Sie spielte starke Frauen, verletzliche Frauen, lustige Frauen – und machte sie alle würdevoll. Ihre Comedy war nie laut um ihrer selbst willen, sondern immer präzise, klug und voller Empathie.

Sie hinterlässt ihren Ehemann Bo Welch, ihre Söhne Matthew und Luke sowie eine große Familie – und ein Werk, das bleibt.

Die Branche verliert eine Ikone. Das Publikum eine Vertraute. Und die Comedy eine ihrer feinsten Stimmen.

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