Ein Code, der die Welt verändern könnte. Zwei Menschen, die sich gegenseitig durchschauen wollen – und dabei Gefahr laufen, sich zu verlieren. The Iris Affair, die neue Thrillerserie von Luther-Schöpfer Neil Cross, verbindet Spionage, Psychologie und Sinnlichkeit zu einem Spiel aus Macht, Vertrauen und Versuchung. In den Hauptrollen: Niamh Algar als brillante Code-Knackerin Iris Nixon und Tom Hollander als undurchsichtiger Unternehmer Cameron Beck. Ein Gespräch über Moral, Maschinen – und warum Italien die perfekte Kulisse für menschliche Abgründe ist.
„Im Herzen dieser Geschichte geht es darum, was es bedeutet, menschlich zu sein“, sagt Niamh Algar, die mit einer Mischung aus Energie und Nachdenklichkeit über ihre Figur spricht. „Wir kämpfen für die Zukunft – darum, ob sie hell oder dunkel sein wird.“ Tom Hollander nickt und fügt trocken hinzu: „Oder ob uns die Technologie in den Himmel führt. Oder direkt in die Hölle.“

Die Spannung zwischen Iris und Cameron, das Wechselspiel aus Nähe und Gefahr, ist der emotionale Motor der Serie. Algar beschreibt es als „frech, reizvoll, unvorhersehbar – eine Liebe-Hass-Beziehung mit viel Witz und Widerstand“. Hollander ergänzt: „Es gibt viel verbales Fechten. Cameron will Iris dazu bringen, ehrlich zu sein, aber sie ist meisterhaft darin, ihr Inneres zu verbergen.“ Und doch, sagt Algar, „bringen sie das Beste und das Schlechteste im anderen hervor. Sie lieben es, sich gegenseitig herauszufordern – und treiben sich damit fast in den Wahnsinn.“
Cameron Beck, gespielt von Hollander, ist charmant, gefährlich – und nie ganz zu durchschauen. „Ich wollte ihn nicht als klassischen Bösewicht anlegen“, erklärt er. „Er glaubt, Gutes zu tun, auch wenn seine Handlungen manchmal das Gegenteil zeigen. Diese Diskrepanz – zwischen dem, was er tut, und dem, was er fühlt – macht ihn interessant.“ Algar lacht: „Er rechtfertigt sich, aber auf eine so charmante Art. Ich glaube, das ist die Antwort – Tom Hollander.“

Für Algar war Iris Nixon eine Figur zwischen Kontrolle und Chaos. „Ich sehe sie nicht als jemanden, der vor sich selbst flieht“, sagt sie. „Sie ist unterwegs, weil sie noch nicht weiß, wer sie in dieser Welt ist. Sie hat kaum Wurzeln – keine Familie, keine Freunde. Und dann trifft sie Cameron, der ihr ein Spiegel ist. Wenn sie wüsste, wer sie ist, würde sie die Maschine zerstören und das Buch verbrennen. Aber sie sucht weiter – nach Wahrheit, nach Bedeutung, nach sich selbst.“
Dass die Serie in Italien spielt – von der Küste über Florenz bis nach Sardinien – ist kein Zufall. „Neve, unsere Regisseurin, hatte eine klare Vision“, erzählt Hollander. „Italien ist ein Spiegel der menschlichen Erfahrung – Schönheit und Verfall, Schöpfung und Zerstörung. Diese antiken Aquädukte, einst Wunderwerke der Technik, sind heute Ruinen. Sie stehen für dieselbe Frage, die unsere Serie stellt: Wird Technologie unser größter Triumph oder unser Untergang?“ Algar ergänzt lachend: „Und ehrlich gesagt – wenn man sich verstecken muss, dann lieber an einem Ort wie Sardinien. Sonne, Meer, Pasta – es könnte schlimmer sein.“

Was beide aus Italien mitgenommen haben? Algar zögert keine Sekunde: „Das Essen. Und die Direktheit. Die Menschen sagen, was sie denken und leben, was sie fühlen. Ich liebe das.“ Hollander stimmt zu: „Ich nehme mit, dass Italiener einfach genießen, Italiener zu sein. Das sollten wir alle öfter tun.“
Am Ende, so sind sich beide einig, ist The Iris Affair mehr als nur ein Spionagethriller. Es ist ein Spiel mit Identität, Vertrauen und menschlicher Sehnsucht. „Unsere Figuren treiben sich gegenseitig in den Wahnsinn“, sagt Algar. „Aber genau das macht sie so menschlich.“

