Mit einer feierlichen Gala im Haus der Kulturen der Welt in Berlin wurden am Abend die Gewinner der 38. European Film Awards bekanntgegeben. Vor rund 1.000 internationalen Gästen feierte die European Film Academy das europäische Kino in all seiner Vielfalt – in einer Preisverleihung, die erstmals prominent in der internationalen Awards Season platziert war, direkt nach den Golden Globes und mitten in der Oscar-Nominierungsphase.
Großer Gewinner des Abends war Sentimental Value, der gleich sechs Auszeichnungen erhielt, darunter für den besten europäischen Film, die beste Regie, das beste Drehbuch, die beste Hauptdarstellerin, den besten Hauptdarsteller sowie die beste Filmmusik. Damit setzte das Werk ein starkes Zeichen für die erzählerische und künstlerische Kraft des europäischen Filmschaffens.
Die Gala stand unter dem Leitmotiv „Why do we love cinema?“ und wurde als bewusst künstlerisches Erlebnis inszeniert. Verantwortlich dafür zeichnete der irisch-schottische Filmemacher Mark Cousins, der gemeinsam mit dem Kreativteam der Akademie, der deutschen Komponistin Dascha Dauenhauer und Theaterregisseur Robert Lehnigereine Show entwickelte, die den Film nicht nur feierte, sondern reflektierte.
Übertragen wurde die Verleihung von 49 Rundfunk- und Livestream-Partnern in 29 Ländern, was die wachsende internationale Bedeutung der European Film Awards unterstrich. Die Veranstaltung markierte zugleich den glamourösen Abschluss der European Award Season, die im November begann und nun in Berlin ihren Höhepunkt fand.
Bereits im Vorfeld waren einige der Ehrenpreise bekanntgegeben worden: Liv Ullmann wurde mit dem European Lifetime Achievement Award geehrt, Alice Rohrwacher erhielt den European Achievement in World Cinema Award, und der Eurimages International Co-Production Award ging an Maren Ade, Jonas Dornbach und Janine Jackowski.
Die European Film Academy nutzt die Preisverleihung nicht nur als Auszeichnung, sondern als Plattform, um europäische Filmkultur sichtbar zu machen, Diskussionen anzustoßen und ein junges Publikum für Kino zu begeistern. Mit mehr als 5.400 Mitgliedern versteht sich die Academy als verbindende Stimme einer Branche, die Vielfalt, Haltung und künstlerische Freiheit lebt.
Begleitend zur Preisverleihung rückt auch ARTE das europäische Kino in den Fokus und zeigt ausgewählte Werke der Preisträger auf arte.tv, darunter frühe Filme von Alice Rohrwacher sowie Arbeiten von Liv Ullmann – ein weiteres Zeichen dafür, dass europäisches Kino nicht nur gefeiert, sondern zugänglich gemacht werden soll.
Die European Film Awards 2026 machten deutlich: Europa erzählt weiterhin Geschichten, die relevant sind, berühren und über Ländergrenzen hinweg wirken.
Die Gewinnerinnen und Gewinner der European Film Awards 2026:
European Film:
Diese Kategorie umfasst fünf nominierte Spielfilme sowie die nominierten Produktionen der Kategorien „European Documentary” und „European Animated Feature Film”, die ebenfalls in der Kategorie „European Film” nominiert sind.
SENTIMENTAL VALUE (Norwegen, Frankreich, Dänemark, Deutschland, Schweden) – Spielfilm, Regie: Joachim Trier, Produktion: Maria Ekerhovd, Andrea Berentsen Ottmar, Juliette Schrameck, Nathanaël Karmitz, Elisha Karmitz, Fionnuala Jamison, Sisse Graum Jørgensen, Lizette Jonjic, Janine Jackowski, Jonas Dornbach, Maren Ade, Atilla Salih Yücer & Lars Thomas Skare
European Documentary:
FIUME O MORTE! (Kroatien, Slowenien, Italien), Regie: Igor Bezinović
European Animated Feature Film:
Dieser Preis wird in Kooperation mit CARTOON, der European Association of Animation Film präsentiert.
ARCO (Frankreich), Regie: Ugo Bienvenu
European Director:
Joachim Trier für SENTIMENTAL VALUE
European Actress:
Renate Reinsve in SENTIMENTAL VALUE
European Actor:
Stellan Skarsgård in SENTIMENTAL VALUE
European Screenwriter:
Eskil Vogt & Joachim Trier für SENTIMENTAL VALUE
European Discovery – Prix FIPRESCI:
Dieser Preis wird in Kooperation mit FIPRESCI, der internationalen Vereinigung der Filmkritiker:innen und Filmjournalist:innen, an einen Regisseur oder eine Regisseurin eines Spielfilmdebüts vergeben.
ON FALLING (UK, Portugal), Regie: Laura Carreira
European Young Audience Award:
SIBLINGS (Italien), Regie: Greta Scarano
European Casting Director:
Nadia Acimi, Luís Bértolo & María Rodrigo für SIRĀT
European Cinematographer:
Mauro Herce für SIRĀT
European Composer (Original Score):
Hania Rani für SENTIMENTAL VALUE
European Costume Designer:
Sabrina Krämer für IN DIE SONNE SCHAUEN
European Editor:
Cristóbal Fernández für SIRĀT
European Make-up & Hair Artist:
Torsten Witte für BUGONIA
European Production Designer:
Laia Ateca für SIRĀT
European Sound Designer:
Laia Casanovas für SIRĀT
European Short Film – Prix Vimeo
CITY OF POETS, Regie: Sara Rajaei (Niederlande)
Fotocredit © Sebastian Gabsch

