Popstar Olivia Rodrigo nutzt ihre Reichweite, um Wählerinnen und Wähler für die diesjährigen Zwischenwahlen zu mobilisieren – und setzt damit ein politisches Zeichen gegen die Trump-Regierung. Auslöser war die Verwendung eines ihrer Songs in einer Anti-Einwanderungskampagne der US-Regierung.
Im November protestierte Rodrigo öffentlich, nachdem das US-Heimatschutzministerium (Department of Homeland Security) ihren Song „all-american bitch“ in einem Instagram-Video verwendet hatte, das Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere zur freiwilligen Ausreise aus den USA aufforderte. Der gemeinsam mit dem offiziellen Account des Weißen Hauses veröffentlichte Clip zeigte unter anderem Festnahmen durch die Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement).
„Benutzt meine Songs niemals, um eure rassistische und hasserfüllte Propaganda zu verbreiten“, kommentierte Rodrigo damals. Die Sängerin, deren Familie philippinische Wurzeln hat, reagierte damit unmittelbar auf den Beitrag.
Im Interview mit dem Magazin Dazed schilderte sie später, wie sie das Video zufällig auf ihrem Smartphone entdeckt habe. „Es war zutiefst verstörend, diese Propaganda zu sehen. Dass dabei ausgerechnet mein Song verwendet wurde, machte mich nur noch wütender. Was sie tun, ist schrecklich, barbarisch und grausam. Es macht mich traurig, in einem Land zu leben, das so etwas akzeptiert“, sagte sie.
Auch im Titelinterview der britischen Vogue kam Rodrigo auf den Vorfall zurück. Sie sprach von einer „Instrumentalisierung“ ihrer Kunst und bezeichnete den Vorgang als „dystopisch“.
Ihre Antwort auf den Eklat fällt nun allerdings weniger lautstark als wirkungsvoll aus. Gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation HeadCount unterstützt Rodrigo ein Gewinnspiel rund um ihr Daisy Chain Fields Festival, das junge Menschen dazu bewegen soll, ihren Wählerstatus zu überprüfen, sich registrieren zu lassen oder sich über die anstehenden Wahlen zu informieren. Als Hauptpreis winkt eine Reise zum Festival inklusive Flug, Hotel und Eintritt. HeadCount arbeitet mit Künstlerinnen, Künstlern und Musikveranstaltungen in den gesamten USA zusammen, um insbesondere junge Menschen für demokratische Teilhabe und Wahlen zu gewinnen.
Das Daisy Chain Fields Festival findet am 29. August in Irvine, Kalifornien, statt und setzt ausschließlich auf Künstlerinnen. Zum Line-up gehören unter anderem Chappell Roan, Doechii, Santigold, Sarah McLachlan, Mitski, The Breeders, Bikini Kill und Stevie Nicks. Der gesamte Nettoerlös fließt an gemeinnützige Organisationen, die Frauen und Mädchen unterstützen.
Über die Musik hinaus versteht sich das Festival als Plattform für gesellschaftliches Engagement. Vor Ort informieren Nichtregierungsorganisationen über Themen wie reproduktive Rechte, Müttergesundheit, wirtschaftliche Selbstbestimmung und den Schutz vor häuslicher Gewalt. Zu den Partnern zählen unter anderem das Center for Reproductive Rights und Planned Parenthood. Damit soll das Festival nicht nur ein musikalisches Ereignis sein, sondern auch ein Forum für politisches und gesellschaftliches Engagement.

