Lucas Museum in Los Angeles eröffnet mit kostenfreien Jahrespässen für die Nachbarschaft

von Gary Baum | Die rund eine Milliarde US-Dollar teure Kultureinrichtung wurde in einem einkommensschwachen Viertel errichtet, in dem etwa ein Viertel der Bewohner unterhalb der Armutsgrenze lebt.

Das Lucas Museum of Narrative Art in Los Angeles öffnet am 22. September seine Türen für das Publikum – und macht den Anwohnerinnen und Anwohnern des benachbarten Stadtteils South Los Angeles ein besonderes Angebot: Wer im Postleitzahlgebiet 90037 lebt, erhält einen kostenlosen Jahrespass und darf das Museum bereits vor der offiziellen Eröffnung besuchen.

Die von George Lucas und seiner Partnerin Mellody Hobson gegründete Kultureinrichtung hat rund eine Milliarde US-Dollar gekostet. Das knapp 28.000 Quadratmeter große Museum beeindruckt mit einer futuristischen Architektur, die angesichts des Star Wars-Vermögens seines Gründers kaum passender sein könnte. Zu sehen sind mehr als 1.300 Exponate, hinzu kommen weitläufige Park- und Gartenanlagen auf einem rund 4,5 Hektar großen Gelände.

„Wir wollten sicherstellen, dass die Menschen aus der Nachbarschaft, die den Bau des Museums in den vergangenen acht Jahren miterlebt haben, als Erste hineingehen können“, sagt Museumsdirektorin Tracey Bates. Mit dem kostenlosen Jahrespass können Besucherinnen und Besucher jeweils zwei Eintrittskarten für einen Museumsbesuch reservieren.

Nach Angaben der US-Volkszählung leben im rund acht Quadratkilometer großen Postleitzahlgebiet 90037 mehr als 17.000 Haushalte. Etwa ein Viertel der überwiegend hispanischen und afroamerikanischen Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Das Lucas Museum liegt am nördlichen Rand des Viertels im Exposition Park, zu dem auch das California Science Center und das Natural History Museum of Los Angeles County gehören.

Die Außenanlagen stammen von der renommierten Landschaftsarchitektin Mia Lehrer, die unter anderem das Gelände rund um das SoFi Stadium gestaltet hat. Ihre Parklandschaft ergänzt die markante, futuristische Architektur des chinesischen Architekten Ma Yansong. „Unsere Gärten und öffentlichen Plätze sind gewissermaßen zum Hinterhof der Nachbarschaft geworden“, sagt Bates. „Wir möchten den Menschen viele Gründe geben, immer wiederzukommen.“

Zum Bestand des Museums gehören auch die Originalarchive von Lucasfilm, die George Lucas nach dem Verkauf seines Unternehmens an Disney im Jahr 2012 für vier Milliarden US-Dollar behielt. Die Sammlung vereint Werke und Objekte von Künstlern wie Norman Rockwell, Jack Kirby, Robert Crumb und Frida Kahlo sowie der aus Los Angeles stammenden Künstlerin Judith Baca, die vor allem durch ihr monumentales Wandgemälde zur Geschichte der Region entlang des Los Angeles River bekannt wurde.

Mit seiner Eröffnung reiht sich das Lucas Museum in eine Reihe bedeutender kultureller Neueröffnungen in Los Angeles ein. Erst im April wurden die David Geffen Galleries des Los Angeles County Museum of Art (LACMA) eröffnet. Gleichzeitig bleibt das traditionsreiche La Brea Tar Pits and Museum wegen umfangreicher Umbauarbeiten vorübergehend geschlossen.

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