Die britische Regierung dürfte in die geplante 111 Milliarden US-Dollar schwere Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance eingreifen.
Die britische Kultur-, Medien- und Sportministerin Lisa Nandy erklärte am Dienstag in einer Stellungnahme: „Nach Gesprächen mit den beteiligten Parteien und auf Grundlage unabhängiger Untersuchungen hat mein Ministerium heute in meinem Namen die derzeitigen und die vorgesehenen Eigentümer von Warner Bros. Discovery angeschrieben und sie darüber informiert, dass ich beabsichtige, in das Verfahren einzugreifen.“
Dies deutet darauf hin, dass in Kürze formelle Schritte folgen könnten. Nandy wies darauf hin, dass das fusionierte Unternehmen unter anderem Channel 5, TNT Sports, Cartoon Network, Nickelodeon, CNN International, Paramount+ und HBO Max besitzen würde. Sie machte zudem deutlich, dass Bedenken hinsichtlich einer zunehmenden Marktkonzentration im Bereich der On-Demand-Videodienste zu ihren Vorbehalten gehören.
Darüber hinaus verwies sie auf „die Notwendigkeit, soweit dies angemessen und praktikabel ist, eine ausreichende Vielfalt von Meinungen in den Nachrichtenmedien in jedem Nachrichtenmarkt sicherzustellen.“
Nandy erklärte, dass die Unternehmen bis zum 6. Juli Zeit hätten, auf die geäußerten Bedenken zu reagieren. Eine endgültige Entscheidung darüber, ob die Regierung rechtliche Schritte einleiten werde, sei bislang noch nicht getroffen worden.
Ein Sprecher von Paramount Skydance erklärte gegenüber The Hollywood Reporter: „Wir sind dankbar für den weiterhin konstruktiven Austausch mit allen beteiligten Regierungsstellen und zuständigen Behörden, auch im Vereinigten Königreich. Wir sind überzeugt, dass unsere vorgeschlagene Transaktion im Vereinigten Königreich keine Fragen der Medienvielfalt aufwirft, und halten weiterhin an unserem angekündigten Zeitplan für den Abschluss der Transaktion fest.“
Paramount Skydance wartet derzeit noch auf die Genehmigungen der britischen und der EU-Wettbewerbsbehörden, nachdem das Unternehmen bereits die Zustimmung des US-Justizministeriums erhalten hat. Allerdings haben mehrere Bundesstaaten unter der Führung Kaliforniens angedeutet, dass sie Klage einreichen könnten, um die Fusion zu verhindern. Bislang wurde jedoch keine entsprechende Klage eingereicht.
Paramount geht weiterhin davon aus, die Übernahme bis Anfang Herbst abschließen zu können. Sollte die Transaktion nicht bis zum 30. September vollzogen sein, hat sich das Unternehmen verpflichtet, den Aktionären von Warner Bros. Discovery eine vertraglich vereinbarte, täglich ansteigende Ausgleichszahlung zu leisten.

