Sie ist jung, fokussiert und elektrisiert die Dancefloors mit einem Sound, der Herz und Körper gleichermaßen bewegt: NELL, DJ und Producerin aus München, steht für eine neue Generation von Artists, die elektronische Musik als globale Sprache versteht. Mit afrikanischen, türkischen und deutschen Wurzeln bringt sie ein außergewöhnliches Gefühl für Rhythmus und Emotion auf die Bühne – eine Fusion aus Energie, Identität und moderner Clubkultur. Nach ihrem gefeierten Debüt beim World Club Dome 2024 arbeitet NELL inzwischen ebenso intensiv im Studio wie hinter den Decks – mit dem klaren Ziel, internationale Festivals zu erobern und ihren Sound in die Welt zu tragen.
Interview:
Du hast afrikanische, türkische und deutsche Wurzeln – wie prägen diese kulturellen Einflüsse deinen Sound und deine Identität als DJ?
Meine Wurzeln sind meine Basis. Ich bin mit afrikanischen Rhythmen, türkischen Harmonien und deutscher elektronischer Musik aufgewachsen – und genau diese Mischung hört man auch in meinen Sets. Jede Kultur bringt etwas Eigenes mit: Tiefe, Gefühl, Struktur. Ich sehe Musik als Sprache, die alles miteinander verbindet. Mein Sound soll genau das widerspiegeln – Grenzenlosigkeit, Verbindung und Identität.
Wann war für dich der Moment, an dem du wusstest: Musik ist nicht nur Leidenschaft, sondern Berufung?
Musik war schon immer Teil meines Lebens. Ich habe versucht Songs mitzusingen, bevor ich überhaupt richtig sprechen konnte. Ich bin mit Beats, Stimmen und Emotionen aufgewachsen – Musik war nie ein Hobby, sondern meine Sprache. Der Moment, als ich das erste Mal live gespielt habe und gespürt habe, dass meine Auswahl Menschen wirklich berührt, war der Punkt, an dem ich die Bestätigung bekommen habe: Das ist mein Weg
Du bist offiziell erst 2024 in die Clubszene eingestiegen – was war der schwierigste und was der schönste Moment deines bisherigen Weges?
Mein schönster Moment war meine zweite Show, das Closing auf Malta beim World Club Dome dieses Jahr. Diese Energie, die Menschen, die Location – es war unbeschreiblich. Ich konnte in dem Moment einfach alles loslassen und spüren, dass sich der ganze Einsatz gelohnt hat. Aber ich weiß, dass viele besondere – und auch herausfordernde – Momente noch kommen werden. Ich sehe das alles als Teil der Reise, denn das ist gerade mal der Anfang.

Du spielst vor allem Afro House – was fasziniert dich an diesem Genre und was möchtest du damit transportieren?
Afro House ist für mich mehr als ein Genre – es ist ein Gefühl, eine Bewegung. Es verbindet Energie, Spiritualität und Kultur. Diese Musik hat Tiefe, sie berührt Körper und Seele gleichzeitig. Ich möchte, dass Menschen bei meinen Sets tanzen, aber auch fühlen – dass sie etwas Echtes mitnehmen.
Deine Sets wirken oft sehr emotional und gleichzeitig kraftvoll. Wie gelingt dir diese Balance zwischen Energie und Gefühl?
Ich spiele sehr intuitiv. Ich lese die Energie im Raum und baue meine Sets so auf, dass sie atmen können – Spannung, Loslassen, Wiederaufbauen. Es geht darum, Emotion und Power nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sie miteinander tanzen zu lassen. Das ist für mich das Herz jedes guten Sets.
Dein Debüt beim World Club Dome in Frankfurt war ein starkes Statement. Wie hast du diesen Moment erlebt – und wie hat er dich verändert?
Das war pure Emotion. Ich hatte viele Freunde und Familienmitglieder, die mich an dem Tag unterstützt und begleitet haben. Es war nicht nur ein Auftritt, sondern ein Moment des Ankommens. Ich stand auf der Bühne, habe all diese vertrauten Gesichter gesehen und wusste: Ich gehör hier hin.
Du arbeitest inzwischen genauso viel im Studio wie hinter den Decks. Kannst du uns schon etwas über deine eigenen Produktionen oder kommende Releases verraten?
Ja! Mein erster Song heißt „Nyanza“ – benannt nach dem Ort in Ruanda, wo meine Oma ihre Wurzeln hat. Der Track ist eine Hommage an sie und an die Verbindung zwischen Herkunft, Erinnerung und moderner Clubkultur. Ich wollte einen Sound schaffen, der afrikanische Elemente mit elektronischer Tiefe verbindet – roh, spirituell und tanzbar. Man kann ihn auch bereits seit dem 24. Oktober 2025 auf Spotify abrufen. Natürlich sind weitere Songs auch schon in Arbeit.
Welche Ziele hast du dir für die nächsten Jahre gesetzt – gibt es Festivals oder Clubs, auf denen du unbedingt spielen möchtest?
Ich will meinen Sound international weitertragen und viel von der Welt sehen. Doch vor allem möchte ich in die Clubszene auf Ibiza eintauchen. Diese Insel hat eine ganz eigene Energie – frei, spirituell und gleichzeitig elektrisierend. Außerdem möchte ich mit Künstler*innen aus aller Welt zusammenarbeiten, um meinen Sound noch stärker zu formen.
Die DJ-Szene wird immer internationaler und weiblicher. Wie nimmst du diese Entwicklung wahr – und wo siehst du dich darin?
Ich finde es unglaublich schön zu sehen, dass immer mehr Frauen ihren Platz in der Szene einnehmen. Wir bringen andere Perspektiven und Energien mit, und das bereichert die Musikwelt enorm. Wobei ich sagen muss, dass die männlichen Künstler in der Afrohouse Szene deutlich mehr vertreten sind. Deswegen ist es mir um so wichtiger ein Teil dieses Genres zu sein – selbstbewusst, leidenschaftlich und mit dem Ziel, andere zu inspirieren, ihren Weg zu gehen.
Wenn du dich selbst in drei Worten als Künstlerin beschreiben müsstest – welche wären das?
Einzigartig. Kraftvoll. Authentisch.

