Während der Film- und TV-Dienstleister Quixote angesichts zahlreicher leer stehender Soundstages sein Engagement an mehreren Standorten zurückfährt, übernimmt Produzent Manny Halley nun den Mietvertrag für einen der frei gewordenen Standorte. Dort will er eine neue Basis für seine Produktionsfirma schaffen.
Halley hat mit Quixote eine Vereinbarung über die Übernahme des 125.000 Quadratfuß großen Standorts an der Montague Street in Pacoima getroffen, rund eine Autostunde nördlich von Downtown Los Angeles. Sein Team will den Komplex auf einem rund 2,4 Hektar großen Gelände künftig als Sitz seiner Produktionsfirma Imani Studio nutzen. Zum Areal gehören vier Soundstages.
Wie ein Sprecher Halleys gegenüber The Hollywood Reporter erklärt, läuft der Mietvertrag zunächst über zehn Jahre und beginnt am 1. September. Anschließend bestehen drei Optionen auf eine Verlängerung um jeweils fünf Jahre. Eigentümer des Geländes ist der auf Industrieimmobilien spezialisierte Konzern Rexford Industrial Realty.
Im Mai erhielt Halleys Produktionsfirma von BET grünes Licht für die neue Mockumentary-Serie Lot Patrol. Die Handlung spielt auf dem „chaotischen Backlot eines großen Hollywood-Studios“ – und damit an einem Ort, der sich für die geplante Nutzung der ehemaligen Quixote-Studios geradezu anbietet. Brian Rikuda, Executive Vice President bei BET, erklärte anlässlich der Übernahme: „Die Förderung von Eigentum und Unternehmertum Schwarzer Menschen in der gesamten Unterhaltungsbranche ist für BET von großer Bedeutung. Während Manny Halley Imani Studios zu einer 125.000 Quadratfuß großen Produktionsstätte ausbaut, freuen wir uns, unsere Partnerschaft fortzusetzen.“
Zu Halleys bisherigen Produktionen gehören drei Filme nach der Romanvorlage True to the Game von Teri Woods. An dem neuen Standort sollen laut seinem Sprecher unter anderem Lot Patrol, eine Serie nach True to the Game sowie die Animationsserie Dribble 2 Much produziert werden.
Anfang des Jahres hatte Quixote, das zum Studiobetreiber Hudson Pacific gehört, angekündigt, mehrere Mietverträge für Soundstages auslaufen zu lassen. Dazu gehörten der Standort Quixote West Hollywood, an dem unter anderem Werbe- und Musikvideodrehs stattfanden, sowie der Mietvertrag für Quixote Central Valley in Van Nuys. „Wie viele von Ihnen haben auch wir mit der anhaltenden und langwierigen Flaute bei Werbe-, Fernseh- und Filmproduktionen zu kämpfen. Letztlich haben die Bedingungen in der Branche jedoch schwierige Entscheidungen erzwungen“, hieß es damals in einer Mitteilung an die Kunden.
In den vergangenen Jahren waren in den Soundstages in Pacoima unter anderem Produktionen für MTVs RuPaul’s Drag Race, A24s MaXXXine, Apple TV+s Physical und Netflix’ Atlas zu Gast. Nach dem Ausgabenrückgang der Hollywood-Studios ab 2023 blieben jedoch immer mehr Soundstage-Flächen in Los Angeles ungenutzt.
Die durchschnittliche Auslastung großer Soundstages in Los Angeles lag im ersten Halbjahr 2025 bei 62 Prozent, wie das für Drehgenehmigungen zuständige FilmLA-Büro im März mitteilte. Auf lokaler und bundesstaatlicher Ebene bemühen sich die Verantwortlichen derzeit darum, bürokratische Hürden abzubauen und Produktionen weiterhin in Hollywood zu halten. Dass nun auch die Leiterin der kalifornischen Filmkommission Stellung zu Halleys Übernahme des Quixote-Standorts in Pacoima bezog, zeigt, wie wichtig die Entwicklung inzwischen genommen hat.
„Eine aktive Produktionsinfrastruktur zu erhalten und in Kaliforniens Kapazitäten für Film- und Fernsehproduktionen zu investieren, ist entscheidend für unsere langfristige Wettbewerbsfähigkeit“, erklärte Colleen Bell, Leiterin der California Film Commission. „Solche Einrichtungen tragen dazu bei, Produktionen hier zu halten, gut bezahlte Arbeitsplätze zu sichern und die Tausenden Unternehmen und Beschäftigten zu unterstützen, die die Unterhaltungsbranche ausmachen.“
Halley selbst erklärte: „Mit Imani Studio haben wir die Möglichkeit, auf einem erfahrenen Team aufzubauen, in die Anlage zu investieren und ein Produktionsumfeld zu schaffen, das Filmemachern, Produzenten und Produktionen beste Bedingungen bietet. Produktionen müssen in Kalifornien bleiben, und wir wollen hier eine Heimat für großartige Projekte schaffen.“
Wenn du möchtest, kann ich die Fassung auch noch etwas näher am typischen THR-/Entertainment-Journalismus formulieren – also kürzer, pointierter und mit etwas mehr Branchen-Ton.

