Kalifornien unter Druck: Hollywood-Gewerkschaften drängen auf Einigung im Paramount-Warner-Bros.-Kartellstreit

Zu den vorgeschlagenen Bedingungen gehört unter anderem, Paramount und Warner Bros. weiterhin als vollständig eigenständige Film- und Fernsehstudios zu führen und beide Unternehmen als separate Anbieter am Markt zu erhalten.

Zwei der wichtigsten Gewerkschaften Hollywoods erhöhen den Druck im Kartellverfahren rund um die geplante Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery. Die Directors Guild of America (DGA) und die International Alliance of Theatrical Stage Employees (IATSE) fordern den kalifornischen Generalstaatsanwalt Rob Bonta und Paramount-Skydance-CEO David Ellison dazu auf, eine außergerichtliche Einigung zu finden. Hintergrund ist die Sorge, dass die anhaltende Unsicherheit rund um den Deal zunehmend zulasten der Beschäftigten in der Film- und Fernsehindustrie geht.

In einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben erklärten DGA-Nationalgeschäftsführer Russell Hollander und IATSE-Präsident Matthew Loeb, ihre Mitglieder bekämen die Folgen bereits zu spüren. Produktionen würden verschoben oder ganz abgesagt, während sich die beiden Seiten auf einen für März 2027 angesetzten Kartellprozess vorbereiten. Gerade angesichts der ohnehin angespannten Beschäftigungslage – insbesondere im Raum Los Angeles – könnte eine weitere Verzögerung die Situation zusätzlich verschärfen.

Die Gewerkschaftsvertreter fordern beide Parteien deshalb auf, direkt miteinander zu verhandeln und eine Lösung zu finden, die die wettbewerbsrechtlichen Bedenken gegen die geplante Fusion entschärft. Sollte eine solche Einigung nicht möglich sein, solle zumindest versucht werden, den Prozess vorzuziehen. Die fortdauernde Ungewissheit über die Zukunft von Warner Bros. Discovery schade vor allem den Beschäftigten, heißt es in dem Schreiben.

DGA und IATSE vertreten zusammen rund 200.000 Beschäftigte der Entertainmentbranche. Zwar räumen beide Organisationen ein, dass Fusionen in der Vergangenheit nur wenige Vorteile für Arbeitnehmer gebracht hätten und weiterhin erhebliche Bedenken gegenüber dem geplanten Zusammenschluss bestünden. Viele dieser Probleme könnten ihrer Ansicht nach jedoch durch verbindliche und rechtlich durchsetzbare Auflagen gelöst werden.

Zu den vorgeschlagenen Bedingungen gehört unter anderem, Paramount und Warner Bros. weiterhin als vollständig eigenständige Film- und Fernsehstudios zu führen und beide Unternehmen als separate Anbieter am Markt zu erhalten. Zudem könnte sich der fusionierte Konzern verpflichten, weiterhin einen bestimmten Anteil seiner Produktionen in den USA zu realisieren – mindestens auf dem durchschnittlichen Niveau der vergangenen fünf Jahre. Auch der Hauptsitz von Paramount soll nach Vorstellung der Gewerkschaften in Los Angeles bleiben.

Mit ihrer Position unterscheiden sich DGA und IATSE allerdings deutlich von anderen Hollywood-Gewerkschaften. Die Writers Guild of America (WGA) lehnt die 111 Milliarden Dollar schwere Megafusion entschieden ab und hat selbst Klage eingereicht, um den Deal zu verhindern. Auch SAG-AFTRA spricht sich gegen den Zusammenschluss aus, solange keine verbindlichen Schutzmaßnahmen vereinbart werden. Die Teamsters hatten zuvor das US-Justizministerium aufgefordert, die Fusion ohne entsprechende Arbeitnehmergarantien zu blockieren – was die Behörde jedoch nicht tat.

DGA und IATSE verfolgen dagegen einen pragmatischeren Ansatz: Statt den Zusammenschluss grundsätzlich verhindern zu wollen, soll der mögliche Schaden für die Beschäftigten begrenzt werden. Ziel sei ein lebendiger und wettbewerbsfähiger Markt für Produktion, Vertrieb und Lizenzierung von Film- und Fernsehproduktionen, der sowohl den Interessen der Konsumenten als auch denen der Filmschaffenden gerecht werde.

Nach Ansicht der beiden Gewerkschaften könnten verbindliche Bedingungen innerhalb einer Einigung einen wesentlichen Beitrag dazu leisten – und gleichzeitig die monatelange Unsicherheit beenden, die Hollywood angesichts des für 2027 angesetzten Kartellprozesses weiterhin begleitet.

Den gesamten Brief findet ihr Nachfolgend.

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