„Digger“Trailer: Tom Cruise verbrachte Tage damit, Alejandro G. Iñárritu beim Lesen des Drehbuchs zuzuhören

Der erste Clip zeigt einen kaum wiederzuerkennenden Tom Cruise in dem Film, der am 2. Oktober in die Kinos kommt.

Tom Cruise gilt als leidenschaftlicher Schüler des Kinos – einer der wenigen Filmstars, die stundenlang über Kameraobjektive und das Handwerk des Filmemachens sprechen können. Doch eines seiner Erfolgsgeheimnisse? Regisseure dazu zu bringen, ihm ihre Drehbücher laut vorzulesen, damit er ihre Visionen besser verstehen kann.

Nach eigenen Angaben hat er dies bereits mit mehreren Regisseuren getan, darunter auch mit Alejandro G. Iñárritu, dem Filmemacher hinter Cruises kommendem Prestigeprojekt „Digger“.

„Alejandro hat sich mehrere Tage Zeit genommen, um mir das Drehbuch vorzulesen. Währenddessen habe ich allem zugehört, was in seinem Kopf vorgeht, damit ich es verstehen kann. Erst dann weiß ich, wie ich dazu beitragen und diese Zusammenarbeit zu etwas Gemeinsamen machen kann“, sagte Cruise kürzlich bei einer Trailer-Präsentation zu „Digger“ auf dem Gelände von Warner Bros.

Während der Veranstaltung betonte er mehrfach, dass „Digger“ die Krönung seiner 40-jährigen Karriere sei. Offenbar wird genau das in den kommenden Monaten auch die zentrale Botschaft der Vermarktung sein, wenn die Werbekampagne im Vorfeld des Kinostarts und einer späteren Oscar-Kampagne Fahrt aufnimmt.

Tatsächlich stellt das Projekt für den Schauspieler zugleich einen Bruch mit seiner jüngeren Karriere und eine Rückkehr zu seinen Wurzeln dar. In den vergangenen zehn Jahren war Cruise nahezu ausschließlich in Franchise-Produktionen zu sehen. „Top Gun: Maverick“, der weltweit 1,49 Milliarden US-Dollar einspielte, habe „Hollywood den Hintern gerettet“, wie Steven Spielberg es formulierte. Zugleich verschob die „Mission: Impossible“-Reihe die Grenzen des Actionkinos und sorgte mit Cruises kompromisslosem Einsatz, seine Stunts selbst auszuführen, immer wieder für Schlagzeilen.

Am Montag veröffentlichte „Digger“ seinen ersten Trailer. Darin ist Cruise unter aufwendigem Make-up und Prothesen kaum wiederzuerkennen. Warner Bros. hofft, dass der Film das Publikum daran erinnert, dass Cruise nicht nur einer der letzten verbliebenen großen Filmstars ist, sondern auch ein Schauspieler auf Oscar-Niveau. Für seine schauspielerischen Leistungen wurde er bereits dreimal für den Oscar nominiert – für „Geboren am 4. Juli“ (1989), „Jerry Maguire – Spiel des Lebens“ (1996) und „Magnolia“ (2000). Hinzu kam eine weitere Nominierung als Produzent von „Top Gun: Maverick“.

Wenige Tage vor der Online-Veröffentlichung des Trailers lud Cruise eine Gruppe von Journalisten auf das Warner-Bros.-Gelände zu einer moderierten Fragerunde und einem Meet-and-Greet ein – inklusive einer riesigen Schaufel, auf die er für einen Fototermin sogar hinaufkletterte.

Cruise erzählte, er sei sofort ein großer Bewunderer von Iñárritus Film „Amores perros“ aus dem Jahr 2000 gewesen. Damals habe er sogar Menschen zu sich nach Hause eingeladen, um ihnen den Film zu zeigen – obwohl sich die beiden erst einige Jahre später persönlich kennenlernen sollten.

Iñárritu konnte an der Veranstaltung von Warner Bros. nicht teilnehmen, schickte jedoch eine Videobotschaft aus London, wo er derzeit die Arbeiten an „Digger“ abschließt. Darin erklärte er, die Idee zu dem Film sei ihm nach „The Revenant – Der Rückkehrer“ (2015) gekommen, für den er seinen zweiten Regie-Oscar in Folge gewann. Anschließend habe er jahrelang an dem Projekt gearbeitet, bevor er sich vor rund sieben Jahren an Cruise wandte.

Für Cruise ist es die erste charakterdarstellerische Rolle dieser Art, seit er in der Komödie „Tropic Thunder“ mithilfe von Prothesen den Studioboss Les Grossman verkörperte.

„Die Verwandlung, die er durchgemacht hat, war verblüffend. ‚Alejandro, ich habe 40 Jahre gebraucht, um zu dieser Figur zu werden‘, sagte er einmal zu mir. Ich glaube, wir beide wussten, was es bedeutet, eine ganze Karriere in einen einzigen Moment einfließen zu lassen. Uns war klar, dass wir auf unserem bisherigen Weg noch nie etwas auch nur annähernd Vergleichbares gemacht hatten“, sagte der Regisseur in seiner Videobotschaft.

Cruise bekräftigte erneut, dass der Film mit nichts vergleichbar sei, was er zuvor gemacht habe.

„Ich hatte noch nie eine Rolle, die mich auf diese Weise herausgefordert hat – und Alejandro ging es genauso. Und wenn ihr diesen Film seht, seht ihr warum: Er ist vollkommen originell“, sagte Cruise.

Ob das Publikum das genauso sieht, wird sich ab 2. Oktober zeigen.

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