Alex Gibneys Elon-Musk-Dokumentarfilm sorgt bei gefeierter Weltpremiere in Venedig für Aufsehen

Nach fast vier Jahren Arbeit ist „Musk“ weniger eine klassische Biografie als vielmehr eine schonungslose Untersuchung darüber, wie der Protagonist einen derart außergewöhnlichen Einfluss auf das Weltgeschehen angehäuft hat – von Tesla, SpaceX und Starlink über X bis hin zu seinem Platz als Co-Pilot innerhalb der politischen Bewegung von Donald Trump.

Der reichste Mann der Welt war nicht im Gebäude – und der Troll-König würde offenbar auch niemals dort sein wollen –, doch Alex Gibneys fast vierstündiges Dokumentarporträt „Musk“ sorgte am Dienstag bei seiner Weltpremiere auf dem Filmfestival von Venedig dennoch für Begeisterung.

Der Oscar-prämierte Regisseur erhielt für seine ausführliche Auseinandersetzung mit Elon Musk und der wachsenden Macht, die dieser ausübt, im voll besetzten Sala Grande fünf Minuten lang stehende Ovationen. Aus dem begeisterten Publikum waren dabei auch vereinzelte Rufe wie „Danke“ zu hören.

Der Film stieß auf sehr positive Resonanz, doch seine Laufzeit von fast vier Stunden und die zutiefst verstörende Darstellung Musks durch Gibney schienen das Publikum zugleich erschöpft zu haben.

Nach fast vier Jahren Arbeit ist „Musk“ weniger eine klassische Biografie als vielmehr eine schonungslose Untersuchung darüber, wie der Protagonist einen derart außergewöhnlichen Einfluss auf das Weltgeschehen angehäuft hat – von Tesla, SpaceX und Starlink über X bis hin zu seinem Platz als Co-Pilot innerhalb der politischen Bewegung von Donald Trump. Gibney begann das Projekt Ende 2022 und glaubte, Ende 2024 einen etwa zweistündigen Film fertiggestellt zu haben – nur um ihn weiter auszubauen, als Musk immer stärker in die globale Politik verstrickt wurde. Die in Venedig gezeigte Fassung ist 225 Minuten lang, zuzüglich einer zehnminütigen Pause. Gibney bezeichnete den Film als Versuch, den Vorhang vor dem Hype und der Mythologie rund um Musk zurückzuziehen und stattdessen das zu untersuchen, was der Regisseur als zunehmend beunruhigende Konzentration unkontrollierter Macht in Verbindung mit gefährlichen Impulsen betrachtet.

Musk greift das Projekt seit seiner Ankündigung öffentlich an. Nachdem Gibneys Absichten 2023 bekannt geworden waren, bezeichnete Musk den Film auf X als „Schmähschrift“, worauf der Regisseur antwortete: „Woher willst du das wissen?“ Später nannte Musk Gibney einen „Douch“, worauf Gibney lediglich erwiderte: „Douché.“

Gibney hat seine Karriere damit aufgebaut, mächtige Persönlichkeiten und Institutionen kritisch zu hinterfragen. Für „Taxi to the Dark Side“, seine Untersuchung von Folter durch das US-Militär, gewann er den Oscar für den besten Dokumentarfilm, nachdem er zuvor für „Enron: The Smartest Guys in the Room“ eine Oscar-Nominierung erhalten hatte. Zu seinen späteren Untersuchungsobjekten gehörten Scientology in „Going Clear“, WikiLeaks in „We Steal Secrets“ sowie Elizabeth Holmes und Theranos in „The Inventor: Out for Blood in Silicon Valley“.

Nach Venedig wird „Musk“ seine Festival- und Awards-Season-Tour im Herbst beim Toronto International Film Festival fortsetzen.

„Musk“ wurde von Gibney, Jessie Deeter und Erin Edeiken für Jigsaw Productions produziert. Zhang Xins Closer Media, Anonymous Content und Double Agent fungierten ebenfalls als Produzenten. Black Bear übernimmt den internationalen Vertrieb. Bleecker Street wird den Film am 16. Oktober in ausgewählten US-Kinos starten, bevor er am 23. Oktober landesweit ausgeweitet wird.

„Musk“ läuft in Venedig außer Konkurrenz und ist daher nicht für den Goldenen Löwen zugelassen. Der Dokumentarfilm gehört zu den großen Titeln eines in diesem Jahr besonders starken Non-Fiction-Programms des Festivals, das noch bis zum 12. September läuft.

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