Mit „Das Leben der Wünsche“ bringt Regisseur Erik Schmitt eine der ungewöhnlichsten deutschen Filmproduktionen des Jahres ins Kino. Basierend auf dem Roman von Thomas Glavinic verbindet der Film emotionales Familiendrama, Fantasy-Elemente, Humor und existentielle Fragen – und wirkt dabei erstaunlich international. Wir haben den Film bei der Premiere gesehen. Unser Fazit: hochwertig, visuell stark, atmosphärisch – und mit Special Effects, wie man sie im deutschen Kino selten sieht.
Im Zentrum steht Felix, gespielt von Matthias Schweighöfer, ein Mann am Wendepunkt seines Lebens. Die Ehe zerbricht, der Job geht verloren, die Kinder entfernen sich von ihm – und selbst seine Haare verabschieden sich nach und nach. Als Felix glaubt, tiefer könne er nicht fallen, begegnet er einem mysteriösen Fremden (Henry Hübchen), der ihm drei Wünsche anbietet.

Felix entscheidet sich für den vermeintlich cleversten Wunsch überhaupt: „Alle meine Wünsche sollen wahr werden.“
Was zunächst wie ein Befreiungsschlag wirkt – Erfolg, Liebe, Attraktivität, Harmonie – verwandelt sich bald in einen Albtraum. Denn auch die Wünsche, die tief in seinem Unterbewusstsein schlummern, werden Realität. Und nicht alle davon sind gut.
Der Film erzählt mit viel Fantasie, Tempo und Wärme von der Frage, was im Leben wirklich zählt. Schweighöfer zeigt sich gewohnt emotional, aber gleichzeitig gereift. An seiner Seite glänzen Luise Heyer, Verena Altenberger, Benno Fürmann, Henry Hübchen und Ruby O. Fee – ein Ensemble, das dem Film Glaubwürdigkeit, Witz und Tiefe verleiht.
Was „Das Leben der Wünsche“ besonders macht, ist seine visuelle Gestaltung. Erik Schmitt, der bereits mit „Cleo“ seinen Sinn für außergewöhnliche Bilder bewiesen hat, erschafft eine Traumwelt, die sich organisch mit der Realität verbindet. Viele Szenen wirken wie lebende Illustrationen. Die Special Effects sind überraschend hochwertig, deutlich über dem Durchschnitt deutscher Produktionen, und verleihen dem Film eine Energie, die man eher aus internationalen Fantasy- oder Dramaformaten kennt.

Auch technisch ist der Film beeindruckend: hochwertige Kameraarbeit, clevere Übergänge zwischen Traum und Realität, ein flüssiger Erzählrhythmus, der den Zuschauer nie loslässt. Die Produktion von Pantaleon Films und ProU Producers United Film zeigt, wie ambitioniert das deutsche Kino aussehen kann, wenn Mut, Vision und Technik zusammenkommen.
„Das Leben der Wünsche“ ist ein Film über Sehnsucht, Verlust, Versuchung – und die Erkenntnis, dass wahre Erfüllung selten dort liegt, wo man sie sucht. Ein modernes Märchen, das emotional berührt und gleichzeitig mit Fantasie und visueller Kraft überrascht.
Seit 13. November im Kino. Ein deutscher Film, der zeigt, wie viel möglich ist, wenn man sich etwas traut.

