Luca Guadagninos „Artificial“, der die folgenreichen Tage rund um die überraschende Entlassung und Wiedereinsetzung von Sam Altman als CEO von OpenAI erzählt, wird am 5. Oktober beim New York Film Festival seine Weltpremiere feiern.
Anschließend wird der Film am 11. Oktober als Gala-Vorführung beim London Film Festival gezeigt. Bei beiden Veranstaltungen werden voraussichtlich Mitglieder des Casts anwesend sein. Andrew Garfield spielt Altman, an seiner Seite sind Yura Borisov, Monica Barbaro, Cooper Hoffman, Jason Schwartzman, Chris O’Dowd und Mark Rylance zu sehen. Ike Barinholtz übernimmt die Rolle des reichsten Mannes der Welt: SpaceX- und Tesla-Gründer Elon Musk. Die Nachricht kommt, nachdem zuvor berichtet worden war, der Film werde auf eine Festivalpremiere verzichten.
Für Guadagnino und seinen Film war es ein steiniger Weg. Amazon MGM Studios, das Projekt ursprünglich entwickelt und finanziert hatte, ließ den Film im Juni fallen. Der Zeitpunkt war bemerkenswert: Nur wenige Monate zuvor war bekannt geworden, dass Amazon im Rahmen einer „mehrjährigen strategischen Partnerschaft“ 50 Milliarden Dollar in das auf KI-Forschung und -Entwicklung spezialisierte Unternehmen investieren will. Die Vereinbarung soll die Nutzung von Amazon Web Services durch OpenAI weiter vorantreiben.
Amazon erklärte in einem Statement, der Film sei „bei einem anderen Studio besser aufgehoben“. „Artificial“ wurde anschließend von Neon übernommen, nachdem Netflix, A24 und Focus Features Berichten zufolge abgewunken hatten. Neon will den Film noch in diesem Jahr ins Kino bringen, damit er für das diesjährige Oscar-Rennen infrage kommt.
„Ich kann nicht viel dazu sagen, weil wir gerade mittendrinstecken“, sagte Guadagnino, der Regisseur von „Call Me by Your Name“, „Challengers“ und „After the Hunt“, Ende Juni im italienischen Fernsehen. „Aber das sind industriepolitische Entscheidungen, die keineswegs neu sind … Für mich geht es bei dem Thema nicht um künstliche Intelligenz an sich. Was mich am meisten interessiert, sind die Menschen. Die KI verändert das Gesicht – nicht nur der Gesellschaft, was unseren Konsum und unseren Umgang mit diesen Werkzeugen betrifft, sondern auch die Identität eines Ortes wie der Vereinigten Staaten und der ganzen Welt. Es entsteht eine kleine Oligarchie, die eine wirklich radikale Kontrolle ausübt.“
Auch Garfield sprach erst vergangene Woche in einem Porträt für Esquire darüber, wie er die Rolle des Altman angegangen ist. „Um das klarzustellen: Ich kenne diese Person nicht“, sagte der britische Schauspieler. „Ich kenne Sam Altman nicht. Ich bin ihm nie begegnet. Ich habe mich am Drehbuch, an Gerichtsprotokollen, Interviews und meinen Recherchen orientiert, und wir haben eine Geschichte erzählt. Aber ich glaube, jeder, der ein derartiges Maß an Verantwortung für ein Unternehmen oder eine Technologie übernimmt, von der er weiß, dass sie der Seele der Menschheit verdammt viel Schaden zufügen wird, muss über eine gewisse Fähigkeit zur Abspaltung verfügen.“
Das BFI London Film Festival 2026 findet vom 7. bis 18. Oktober statt. Am Dienstag bestätigte das Festival außerdem zahlreiche weitere Gäste für die diesjährige Reihe „Screen Talks“.

