Natalie Kim Lehmann liebt die Kamera. Nach ihrer Schauspielausbildung und ersten Rollen in Film, Fernsehen und Theater ist sie aktuell in Emily Atefs Das gewisse Etwas auf der großen Leinwand zu sehen. Als Sophie zeigt sie dabei jene Präsenz und Lebensfreude, die auch im persönlichen Gespräch sofort spürbar werden.
Beim Shooting für The Hollywood Reporter Germany spricht die 23-jährige Schauspielerin über ihre Leidenschaft für den Film, besondere Momente am Set und die Rollen, die sie in Zukunft noch spielen möchte. Eines wird dabei schnell klar: Natalie Kim Lehmann hat gerade erst angefangen.

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THR: Natalie, wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass Schauspiel genau das ist, was du machen möchtest?
Natalie Kim Lehmann: Am Anfang habe ich ein Praktikum bei der Freien Bühne München gemacht. Es hat mir dort so gut gefallen, dass ich geblieben bin und schließlich meine Schauspielausbildung gemacht und abgeschlossen habe. Danach hatte ich meine ersten Drehs.
THR: Was macht dir mehr Spaß, Theater oder vor der Kamera zu stehen?
Lehmann: Drehen macht mir besonders viel Spaß. Theaterspielen nicht ganz so sehr. Aber auf der Bühne zu stehen und zu merken, dass die Leute mich sehen und ernst nehmen, das habe ich sehr genossen.
THR: Du hast bereits Theater gespielt und für Fernsehproduktionen vor der Kamera gestanden. Was war bei „Das gewisse Etwas“ anders als bei deinen bisherigen Rollen?
Lehmann: Das gewisse Etwas war für mich sehr wichtig. Ich spiele darin Sophie. Das Besondere ist, dass ich schon beim französischen Original als Synchronsprecherin dabei war. Dort habe ich die Rolle von Marianne gesprochen. Für den deutschen Film durfte jeder schauen, welche Rolle am besten zu einem passt. Ich habe mich für Sophie entschieden.
THR: Du kanntest die Geschichte also bereits ein bisschen. Gab es beim Dreh einen Moment, an den du besonders gerne zurückdenkst?
Lehmann: An das Tanzen auf dem Esstisch. Das Lustige daran war, wie die Betreuerin unserer Gruppe hereingekommen ist und uns vom Esstisch weggescheucht hat. Das war wirklich lustig und ein toller Moment. Ich vermisse diese Zeit schon sehr.
THR: Ihr habt während der Dreharbeiten viel Zeit als Gruppe miteinander verbracht. Sind daraus auch Freundschaften entstanden?
Lehmann: Ja, es war sehr schön, mit der Gruppe zu arbeiten. Wir schreiben uns heute noch, wenn auch eher selten. Gestern haben wir uns auf dem roten Teppich wiedergesehen und gemeinsam Interviews gegeben. Und morgen sehen wir uns wieder.
THR: Was magst du an Sophie besonders? Gibt es etwas an ihr, in dem du dich selbst wiedererkennst?
Lehmann: Sophie schminkt sich gerne, das mache ich selbst eigentlich nicht so oft. Und sie liebt Mode, das ist bei mir auch nicht ganz so. Aber Sophie zu spielen, hat sich für mich einfach richtig gut angefühlt.
THR: Möchtest du auch Rollen spielen, bei denen dein Downsyndrom gar keine Rolle in der Geschichte spielt, sondern bei denen einfach die Figur und ihre Geschichte im Mittelpunkt stehen?
Lehmann: Jeder Mensch ist anders. Ich habe das Downsyndrom. Aber ich finde es gut, dass die Leute mich sehen und ernst nehmen.
THR: Gibt es eine Rolle oder ein Genre, das du unbedingt einmal ausprobieren möchtest?
Lehmann: Ich würde sehr gerne in einer Liebesserie spielen. Aber ich hätte auch Lust auf Actionfilme oder Krimiserien.
THR: Könntest du dir vorstellen, für einen Actionfilm auch Stunts auszuprobieren?
Lehmann: Das ist bestimmt schwer, aber ich würde es gerne machen. Ich probiere sehr gerne neue Sachen aus.
THR: Wenn du fünf oder zehn Jahre nach vorne schaust, wo möchtest du dann als Schauspielerin stehen?
Lehmann: Ich würde gerne in Filmen mitspielen und vor der Kamera stehen. Aber ich mag es auch, auf einer Bühne zu stehen, so wie bei einer Premiere.
THR: Du stehst also gerne im Rampenlicht?
Lehmann: Ja!

