Am Mittwochabend wurde es im Londoner Westfield-Einkaufszentrum ganz im Stil von Panem: Der Cast von „The Hunger Games: Sunrise on the Reaping“ feierte dort den britischen Start des neuen Films.
Über dem roten Teppich thronte eine große Füllhorn-Konstruktion, während riesige Banner mit Ralph Fiennes als Präsident Snow über dem Geschehen hingen. Darauf war der Schriftzug „Panem’s No. 1 Peacekeeper“ zu lesen. „Sunrise on the Reaping“ ist der sechste Film der „Hunger Games“-Reihe und basiert auf dem gleichnamigen Roman von Suzanne Collins. Regie führte erneut Francis Lawrence.
Im Mittelpunkt steht das zweite Jubel-Jubiläum, bei dem doppelt so viele Jugendliche in die Arena geschickt werden. Woody Harrelsons Figur Haymitch wird dabei als junger Mann von Joseph Zada verkörpert.
Neben Zada waren unter anderem Ralph Fiennes, Elle Fanning als Effie Trinket, Kieran Culkin als Caesar Flickerman, Mckenna Grace als Maysilee Donner, Jesse Plemons als Plutarch Heavensbee und Whitney Peak als Lenore Dove bei der Premiere dabei. Während die Stars Interviews gaben, feierten die Fans ihre Auftritte lautstark.
Besonders herzlich war die erste Begegnung zwischen Fiennes und Fanning. Die Schauspielerin schwärmte von ihrem britischen Kollegen und bedauerte, dass ihre Figuren im Film keine gemeinsamen Szenen haben. Jennifer Lawrence, die als Katniss Everdeen in der ursprünglichen Reihe zu sehen war, blieb dagegen der Premiere fern. Sie hatte zuvor in einem Interview bestätigt, dass sie für den neuen Film erneut mit zwei ihrer früheren Co-Stars zusammengearbeitet hat.
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Kieran Culkin musste sich zunächst selbst davon überzeugen, wie er seine Version von Caesar Flickerman spielen wollte. Die Figur wurde in den ursprünglichen Filmen von Stanley Tucci verkörpert. Als Culkin während seiner Broadway-Zeit von Fans auf seine neue Rolle angesprochen wurde, reagierte er zunächst scherzhaft und warnte sie, ihre Erwartungen besser niedrig zu halten. Zu diesem Zeitpunkt habe er selbst noch keine klare Vorstellung davon gehabt, wie er die Rolle angehen würde.
Der „Succession“-Star erklärte, die Rolle sei zunächst eine enorme Herausforderung gewesen. Tucci habe Caesar so stark geprägt, dass Culkin befürchtete, das Publikum würde seine Interpretation automatisch mit der früheren Version vergleichen. Schließlich entwickelte er jedoch einen eigenen Zugang zur Figur, der seiner Meinung nach trotzdem eine Verbindung zu Tuccis Darstellung herstellt.
Mit Tucci habe er bisher nicht über die Rolle gesprochen. Culkin glaubt zudem, dass die vermeintliche Empathie von Tuccis Caesar in den ursprünglichen Filmen möglicherweise nur gespielt war. Für seine eigene Interpretation sei entscheidender, dass Caesar erfolgreich sein und beruflich aufsteigen wolle. Ob er tatsächlich Mitgefühl empfindet, sei für die Figur weniger wichtig – er könne diese Gefühle einfach abschalten.
Auch Elle Fanning kennt den Druck, den Erwartungen der Fans gerecht zu werden. Sie wurde schon vor ihrer Besetzung häufig als mögliche junge Version von Effie Trinket gehandelt, die in den ursprünglichen Filmen von Elizabeth Banks gespielt wurde.
Fanning betonte, dass die Fans einen entscheidenden Anteil daran haben, was die „Hunger Games“-Reihe heute ist. Deshalb sei es zwar einschüchternd gewesen, eine Rolle zu übernehmen, die sich viele Zuschauer bereits für sie gewünscht hatten. Gleichzeitig hoffe sie, dass die Fans nach dem Film das Gefühl haben werden, die richtige Besetzung gesehen zu haben.
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Mit Elizabeth Banks stand Fanning während der Vorbereitung auf ihre Rolle auch in Kontakt. Banks habe ihr viel Vertrauen entgegengebracht und ihr ausdrücklich gesagt, dass sie Effie zu ihrer eigenen Figur machen solle. Diese Unterstützung habe Fanning zusätzlich Sicherheit gegeben.
Mckenna Grace erlebte eine ähnliche Situation. Auch sie war von Fans bereits als mögliche Besetzung für Maysilee Donner gehandelt worden, Haymitchs Verbündete in der Arena.
Grace erzählte, dass ihr vor allem die positive Reaktion der Fans auf ihre Besetzung geholfen habe. Für sie habe das viel bedeutet, weil sie selbst zunächst nicht wusste, ob sie der Figur gerecht werden würde. Maysilee sei ihr besonders wichtig, und die Verantwortung, eine solche Rolle innerhalb einer von ihr geliebten Franchise zu übernehmen, sei enorm gewesen.
Normalerweise führe Fan-Casting ihrer Erfahrung nach nicht unbedingt dazu, dass eine Schauspielerin tatsächlich für die entsprechende Rolle engagiert werde. Deshalb habe sie zunächst befürchtet, die Verantwortlichen würden sie nicht auswählen. Regisseur Francis Lawrence habe ihrer Einschätzung nach jedoch ein gutes Gespür dafür, was die Fans an der Reihe schätzen, und letztlich die Person ausgesucht, die er für die Rolle am geeignetsten hielt. Grace zeigte sich deshalb besonders dankbar, überhaupt für das Projekt ausgewählt worden zu sein.
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Francis Lawrence sprach außerdem über Jennifer Lawrence und ihre überraschende Ankündigung, dass sie im neuen Film wieder Teil des „Hunger Games“-Universums ist. Der Regisseur scherzte darüber, dass sie ihre Beteiligung in der Sendung „Call Her Daddy“ verraten hatte.
Lawrence erklärte, dass er Jennifer Lawrence und Woody Harrelson möglichst lange nichts von ihrer Rückkehr erzählen wollte. Harrelson sei der Erste gewesen, der davon erfahren habe, da die Geschichte stark mit seiner Figur Haymitch verbunden ist. Bei Jennifer Lawrence habe das Team dagegen bewusst bis kurz vor der offiziellen Ankündigung gewartet.
Der Grund dafür war laut Lawrence vor allem, dass beide Schauspieler nicht gerade dafür bekannt seien, Geheimnisse besonders lange für sich zu behalten. Er habe deshalb das Zeitfenster möglichst klein halten wollen, in dem sie Informationen über den Film hätten weitergeben können.
Auch Ralph Fiennes sprach bei der Premiere über seine Rolle als Präsident Snow. In „Sunrise on the Reaping“ übernimmt er die Figur als älterer Snow und tritt damit in die Fußstapfen des verstorbenen Donald Sutherland.
Fiennes betonte, dass er Sutherland sehr bewundere und bereits früher mit ihm gearbeitet habe. Für seine eigene Darstellung habe er sich deshalb an Sutherlands Interpretation orientiert, ohne sie einfach nachahmen zu wollen.
Bei der Entwicklung von Snow habe er sich vor allem auf dessen Macht und Kontrollbedürfnis konzentriert. Die Spiele spiegelten Snow selbst wider und seien für ihn Ausdruck seiner Stellung und seines Einflusses. Zu Beginn glaube Snow, alles unter Kontrolle zu haben. Doch der Verlauf der Ereignisse und insbesondere die Begegnung mit dem jungen Haymitch stellen diese Sicherheit infrage.
Auch Glenn Close, die Drusilla Sickle spielt, sprach über ihre Verwandlung für den Film. Für ihre Rolle musste sie täglich mehrere Stunden im Make-up verbringen. Eine spezielle Prothese wurde verwendet, um ihre Nase nach oben zu formen. Der restliche Look entstand vor allem durch das gezielte Straffen und Modellieren ihres Gesichts. Insgesamt dauerte die Maske rund dreieinhalb Stunden.
Close beschreibt Drusilla als eine besonders skrupellose Figur. Für sie stehe der Erhalt ihrer Position im Kapitol über allem. Eine mögliche Erlösung oder moralische Wende sehe sie für ihre Figur nicht.
„The Hunger Games: Sunrise on the Reaping“ startet am 20. November in den Kinos.

