Jetzt ist der Deal offiziell: Comcast-Tochter Sky hat bekannt gegeben, dass sie den Medien- und Unterhaltungsgeschäftsbereich (M&E) des britischen TV-Konzerns ITV für 1,6 Milliarden Pfund (2,13 Milliarden US-Dollar) übernimmt. Die Übernahme umfasst die TV-Sender und Streaming-Angebote von ITV, jedoch nicht die Produktionssparte ITV Studios.
ITV unter der Leitung von CEO Carolyn McCall hatte bereits im November erstmals bestätigt, mit Sky über den Verkauf der werbefinanzierten Free-TV-Sender in Großbritannien sowie der Streaming-Plattform ITVX zu verhandeln. Durch den geplanten Verkauf soll ITV Studios künftig als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden.
Im Zuge der Umstrukturierung übernimmt ITV Studios außerdem Love Productions, die Produktionsfirma hinter Formaten wie The Great British Bake Off und The Piano. Damit baut das Unternehmen sein Portfolio an geistigem Eigentum weiter aus.
Sky wird von CEO Dana Strong geführt. Neben Pay-TV- und Streaming-Angeboten in Großbritannien, Irland und Italien hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren auch sein Telekommunikationsgeschäft mit Breitband- und Mobilfunkdiensten deutlich ausgebaut. Außerdem gehört Sky Studios zum Konzern. Die Produktionssparte unter der Leitung von Cécile Frot-Coutaz investiert verstärkt in Eigenproduktionen. Zu den jüngsten Produktionen zählen unter anderem Mary & George mit Julianne Moore, The Tattooist of Auschwitz mit Harvey Keitel sowie The Day of the Jackal mit Eddie Redmayne und Lashana Lynch. Comcast hatte Sky im Jahr 2018 übernommen.
ITV Studios produziert unter anderem erfolgreiche Formate wie Love Island, Britain’s Got Talent und die Netflix-Hitserie Fool Me Once nach einem Roman von Harlan Coben. Das Unternehmen ist seit Längerem Gegenstand von Übernahmespekulationen, die in dieser Woche nach der Bekanntgabe der Mega-Fusion der Produktionsriesen Banijay und All3Media erneut an Fahrt aufgenommen haben. All3Media gehört einem gemeinsamen Investment von Gerry Cardinales RedBird und IMI Media, das von RedBird-Partner und RedBird-IMI-CEO Jeff Zucker geführt wird. RedBird IMI hatte All3Media im Jahr 2024 für 1,45 Milliarden US-Dollar übernommen.
Während einer Telefonkonferenz am Mittwoch wurde Banijay-Group-CEO François Riahi gefragt, ob das fusionierte Unternehmen Interesse an einer Übernahme von ITV Studios habe. „Konsolidierung ist das Gebot der Stunde“, sagte er und betonte, dass Banijay alle Möglichkeiten offenhalte. Mit Blick auf den Zusammenschluss von Warner und Paramount erklärte er: „Wenn man sich den Warner-Paramount-Deal ansieht, versteht man leicht, warum man groß und global aufgestellt sein muss, um in dieser Branche relevant zu bleiben. Diese Einschätzung teilen wir mit RedBird IMI.“

