Tupac-Shakur-Mordprozess: Duane „Keffe D“ Davis wegen Mordes an Rapper 1996 schuldig gesprochen

Davis, der einst eine Führungsposition bei den South Side Compton Crips innehatte, war 2023 erstmals wegen Mordes festgenommen worden. Ihm wurde nicht vorgeworfen, selbst den tödlichen Schuss abgegeben zu haben. Stattdessen soll er als sogenannter „Shot Caller“ agiert und den Mord orchestriert haben, nachdem sein Neffe Orlando Anderson in Las Vegas mit Shakur in eine Auseinandersetzung geraten war.

Duane „Keffe D“ Davis ist im Mordprozess um Tupac Shakur schuldig gesprochen worden. Eine Jury in Las Vegas fällte am Montag ihr Urteil. Es ist der erste Schuldspruch seit dem bis heute berüchtigten Tod des Rappers vor 30 Jahren.

Der Prozess begann 30 Jahre nach Shakurs Ermordung bei einem Drive-by-Shooting in Las Vegas im Jahr 1996 und sollte ursprünglich einen Monat dauern. Tatsächlich hörten die Geschworenen bereits nach zwei Wochen Zeugenaussagen die Schlussplädoyers. Die Staatsanwaltschaft hatte mehr als zwei Dutzend Zeugen geladen, darunter Polizeibeamte und Ermittler.

Davis, der einst eine Führungsposition bei den South Side Compton Crips innehatte, war 2023 erstmals wegen Mordes festgenommen worden. Ihm wurde nicht vorgeworfen, selbst den tödlichen Schuss abgegeben zu haben. Stattdessen soll er als sogenannter „Shot Caller“ agiert und den Mord orchestriert haben, nachdem sein Neffe Orlando Anderson in Las Vegas mit Shakur in eine Auseinandersetzung geraten war.

Der Mord an Shakur galt lange als einer der berüchtigtsten ungelösten Fälle der Popkultur. Davis wurde über Jahre mit dem Fall in Verbindung gebracht. In Interviews hatte er wiederholt erklärt, er habe die Waffe bereitgestellt, die bei dem Drive-by-Shooting verwendet wurde. 2019 veröffentlichte er zudem eine Autobiografie, in der er ähnliche Behauptungen schilderte. Diese Aussagen waren ein zentrales Beweisstück der Anklage. Davis’ Verteidiger versuchten hingegen, ihn von diesen Behauptungen zu distanzieren. Sie argumentierten, es habe sich um Lügen gehandelt, mit denen Davis den Verkauf weiterer Bücher habe ankurbeln wollen.

In ihren Eröffnungsplädoyers bezeichneten Davis’ Verteidiger dessen Aussagen als „Bullshit“ und erklärten weiter, Davis sei „für nichts von dem, was er in diesem Zeitraum gesagt hat, jemals angeklagt worden – und zwar, weil sie wussten, dass er völligen Unsinn erzählt hat“.

Shakurs Tod ist seit Langem sowohl mit Bandenkriminalität als auch mit der erbitterten East-Coast-West-Coast-Rivalität des Hip-Hop der 1990er-Jahre verbunden. Shakurs Plattenlabel Death Row, das von Suge Knight geführt wurde, der in jener Nacht am Steuer des Wagens saß, als Shakur angeschossen wurde, stand den Bloods nahe. Das konkurrierende Label Bad Boy Records, gegründet von Sean „Diddy“ Combs, soll Verbindungen zu den Crips gehabt haben. Davis hatte zuvor behauptet, Combs habe eine Million Dollar für Shakurs Tod geboten. Combs, der derzeit wegen Prostitutionsdelikten im Gefängnis sitzt, hat diese Vorwürfe jedoch seit Langem zurückgewiesen.

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