Michael Johnston: Hollywoods neuer Horror-Star im exklusiven THR Germany Interview & Shooting

Interview über den Horrorfilm Obsession, die Darstellung moralischer Grauzonen und eine Figur, die zum eigenen Antagonisten wird.

Mit Obsession – Du sollst mich lieben steht Michael Johnston aktuell im Mittelpunkt eines der meistdiskutierten Horrorfilme des Jahres. Der übernatürliche Thriller feierte seine Weltpremiere im renommierten Midnight Madness-Programm des Toronto International Film Festival und sorgte anschließend mit einem rekordverdächtigen Verkaufsdeal für internationale Schlagzeilen. Im Zentrum der Geschichte steht Bear, ein junger Mann, dessen obsessive Verliebtheit ihn immer tiefer in eine düstere Spirale aus Wahn, Angst und übernatürlichen Ereignissen zieht.

Für Johnston markiert der Film einen weiteren wichtigen Schritt in seiner Karriere. Vielen Zuschauern ist er noch aus der Kultserie Teen Wolf bekannt, doch mit Obsession beweist der Schauspieler eindrucksvoll seine Vielseitigkeit und präsentiert sich in seiner bislang komplexesten Rolle. Begleitet von einer exklusiven Fotostrecke spricht Michael Johnston mit The Hollywood Reporter Germany über die psychologischen Abgründe des Films, die Herausforderungen eines Horror-Drehs, seine Leidenschaft für Musik und Synchronarbeit sowie die spannende Phase, in der sich seine Karriere aktuell befindet.

Michael Johnston trägt eienn Mantel von Strike Oil, einen Sweater von Pal Sporting Goods, eine Hose und Schuhe von Caleb Paris und eine Tasche von Pal Sporting Goods

Was hat dich an „Obsession“ sofort gepackt und dich dazu gebracht, Teil des Projekts zu werden?
Michael Johnston: Die pure Unverfrorenheit der Geschichte hat mich sofort gefesselt. Der Film bewegt sich in extrem unangenehmen moralischen Grauzonen, ohne dir vorzuschreiben, wie du dich fühlen sollst. Er ist provokativ, intelligent und wunderschön verdreht. Es war ein Projekt, bei dem ich einfach dabei sein musste.

Supernatural Horror spielt oft mit Angst auf vielen Ebenen. Welche emotionale oder psychologische Ebene erkundet „Obsession“?
Michael Johnston: Der Film untersucht die zerstörerische Kraft von Verliebtheit und zeigt, wie leicht jemand Moral ausblenden kann, wenn reine Emotion die Kontrolle übernimmt. Bear beginnt als schüchterner „Sad Boy“ mit einer einseitigen Schwärmerei. Doch als die übernatürlichen Elemente einsetzen, wird seine Weigerung, der Realität ins Auge zu sehen, zu seinem Untergang – und dem aller um ihn herum.

Michael Johnston trägt eine Lederjacke von Pal Sporting Goods | Foto: Lens By Mi

Der Film hatte seine Premiere bei TIFFs Midnight Madness und sorgte vor dem Verkauf für viel Aufmerksamkeit. Wann hast du gemerkt, dass dieses Projekt etwas Besonderes sein könnte?
Michael Johnston: Die Premiere bei Midnight Madness war surreal. Es war das erste Mal, dass ich den fertigen Film gesehen habe, und das Publikum war extrem begeistert. Da habe ich zum ersten Mal gedacht, dass dieser kleine Indie-Film vielleicht wirklich etwas bewegen könnte. Ich wusste schon immer, dass wir etwas Besonderes drehen, und ich bin sehr geehrt, dass unsere Arbeit nun so viel Anerkennung bekommt.

Michael Johnston trägt eine Lederjacke von Pal Sporting Goods | Foto: Lens By Mi

Horrorfilme fordern Schauspieler oft emotional und körperlich. Gab es eine Szene in „Obsession“, die dich besonders herausgefordert hat?
Michael Johnston: Der gesamte Dreh war intensiv, weil die Geschichte stark in Bears Gedankenwelt verankert ist und wir komplett nicht chronologisch gedreht haben. Wenn ich eine Szene hervorheben müsste, dann wäre es Bears Badezimmer-Szene am Ende des Films. Sie war herausfordernd, aber unglaublich lohnend, als wir sie geschafft hatten.

Ohne zu viel zu verraten – was glaubst du, werden Zuschauer am verstörendsten oder überraschendsten finden?
Michael Johnston: Inde Navarrette und ihre extremen „Switches“ stechen besonders hervor. Außerdem werden viele überrascht sein, dass Bear kein typischer Horror-Protagonist ist. Er ist der Architekt seines eigenen Untergangs und verwandelt sich langsam in den Antagonisten der Geschichte. Außerdem gibt es eine brillante, unangenehme Ebene schwarzen Humors, die unser Regisseur Curry Barker perfekt umgesetzt hat.

Michael Johnston trägt eienn Mantel von Strike Oil, einen Sweater von Pal Sporting Goods, eine Hose und Schuhe von Caleb Paris und eine Tasche von Pal Sporting Goods

Viele Fans kennen und lieben dich noch als Corey Bryant aus „Teen Wolf“. Was hat diese Rolle rückblickend für deine Karriere bedeutet?
Michael Johnston: Als ich in Staffel 5 zur Besetzung kam, hätte ich nie gedacht, dass ich bis zum Ende bleiben würde. Die Arbeit mit diesem Ensemble hat mir eine solide Grundlage für mein Handwerk gegeben und Türen geöffnet, die meine Karriere verändert haben. Ich werde meiner Beacon-Hills-Familie immer dankbar sein.

Du hast in Live-Action, Voice Acting und Musik gearbeitet. Beeinflussen sich diese kreativen Bereiche gegenseitig?
Michael Johnston: Sie stehen definitiv miteinander in Verbindung, auch wenn sie unterschiedliche Fähigkeiten erfordern. Die Stimmkontrolle, Ausdauer und emotionale Nuance aus meiner Voice-Acting-Arbeit helfen mir direkt bei Kameraarbeit, Gesang und Songwriting. Schauspiel vor der Kamera oder am Mikrofon ist wie ein kollaboratives Puzzle, bei dem man eine fremde Vision umsetzt. Musik dagegen ist für mich ein persönlicher Rückzugsort, in dem ich völlige kreative Kontrolle habe. Trotzdem würde ich gerne einmal ein Projekt machen, in dem ich mein Singen vor der Kamera zeigen kann.

Du hast Figuren in Franchises wie „Kingdom Hearts III“ und „Demon Slayer“ gesprochen. Was gefällt dir am Voice Acting im Vergleich zur Arbeit vor der Kamera am meisten?
Michael Johnston: Voice Acting ist meine künstlerische Grundlage. Deshalb bin ich ursprünglich nach Los Angeles gezogen. Ich fühle mich im Studio sehr frei. Um die richtige Energie ins Mikrofon zu bringen, muss man körperlich oft sehr expressiv sein. Außerdem spricht man Figuren, die optisch nichts mit einem selbst zu tun haben.
Vor der Kamera ist das anders: Die Linse erfasst jede Mikroexpression, daher habe ich gelernt, sehr still zu arbeiten.

Michael Johnston trägt eine Lederjacke von Pal Sporting Goods | Foto: Lens By Mi

Voice Acting verlangt Emotion ohne körperliche Präsenz. Hat dich das zu einem besseren Schauspieler gemacht?
Michael Johnston: Absolut. Wenn man Emotion nur über die Stimme vermitteln kann, entwickelt man ein sehr feines Gespür für Ton, Timing und Subtext.

Du bist außerdem ausgebildeter Tenor und Songwriter und arbeitest an neuer Musik. Wie persönlich ist Musik im Vergleich zur Schauspielerei für dich?
Michael Johnston: Musik ist sehr persönlich. Während ich beim Schauspiel in andere Leben eintauche, verarbeite ich beim Songwriting meine eigenen Erfahrungen, Gedanken und Gefühle.

Michael Johnston trägt eine Lederjacke von Pal Sporting Goods | Foto: Lens By Mi

Wenn Fans auf deinen aktuellen Lebenssoundtrack drücken würden – welche Musik würden sie hören?
Michael Johnston: Im Moment wäre es eine Mischung aus ruhigen, fokussierten Klanglandschaften und Indie-Pop. Das Leben ist gerade sehr laut – auf eine gute Weise –, aber ich suche jede Gelegenheit, um zu entspannen und runterzukommen.

Was begeistert dich am meisten an diesem aktuellen Karriereabschnitt?
Ich freue mich unglaublich darauf, die Erwartungen, die Menschen vielleicht an mich haben, zu übertreffen und neu zu definieren.

Fotografie: Lens By Mi
Styling: Kimberly Goodnight mit Media Playground
Groomer: Lucy Gargiulo für Exclusive Artists mit Produkten von Armani Beauty und Oribe
Production: Kam

Thr Newsletter

Exklusive News, Interviews und Lifestyle-Stories aus Film, Serien, Musik und Kultur – direkt von The Hollywood Reporter Germany in dein Postfach

Mit Ihrer Anmeldung erhalten Sie unseren kostenlosen Newsletter mit Informationen und neuen Beiträgen aus unserem Online-Magazin. Sie können den Newsletter jederzeit über den Link in der E-Mail abbestellen. Hinweise zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

The Definitive Voice of Entertainment News | The Up & Coming Edition

Die deutsche Ausgabe des weltweit führenden Entertainment-Magazins – Issue 04 - als Printmagazin und als Digitalversion hier erhältlich.

Hier bestellen Subscribe now

Thr Newsletter

Exklusive News, Interviews und Lifestyle-Stories aus Film, Serien, Musik und Kultur – direkt von The Hollywood Reporter Germany in dein Postfach

Mit Ihrer Anmeldung erhalten Sie unseren kostenlosen Newsletter mit Informationen und neuen Beiträgen aus unserem Online-Magazin. Sie können den Newsletter jederzeit über den Link in der E-Mail abbestellen. Hinweise zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Most Popular