Die 1970er Jahre: Getrieben von einer unbestimmten Sehnsucht stößt die 16-jährige Ausreißerin Jeanne in einem verlassen wirkenden Filmstudio auf eine andere Welt. Tagsüber wird hier „Die Schneekönigin“ gedreht – und die rätselhafte Hauptdarstellerin Cristina zieht Jeanne sofort in ihren Bann. Zwischen Bewunderung, Verführung und subtiler Bedrohung entwickelt sich eine intensive Faszination zwischen Jeanne und Cristina, während die Grenzen zwischen Realität und Film, Traum und Leinwand zunehmend verschwimmen. Jeannes wachsende Obsession treibt sie immer tiefer in das Reich der Schneekönigin, das sich auf geheimnisvolle Weise über die Welt zu legen scheint.

Die preisgekrönte französische Regisseurin Lucile Hadžihalilović lässt sich für Herz aus Eis lose von Hans Christian Andersens Märchen „Die Schneekönigin“ inspirieren. In ihren Worten: „Ich habe das Märchen schon als Kind geliebt, wegen seiner menschlichen Komplexität und der sensiblen Darstellung von Ängsten und Wünschen. Die Schneekönigin selbst fasziniert mich: eine vollkommene, allwissende Gestalt, unzugänglich und geheimnisvoll, gleichzeitig attraktiv und furchterregend. Die Begegnung zwischen dem jungen Mädchen und dieser Königin war der Ausgangspunkt für diesen Film.“

Für das Drehbuch arbeitete Hadžihalilović zunächst alleine an der emotionalen Essenz der Geschichte, bevor sie gemeinsam mit Drehbuchautor Geoff Cox die Struktur ausarbeitete. Sie erklärt: „Wir erzählen die Geschichte nicht stark über Dialoge, sondern über visuelle Details – Beleuchtung, Farben, Kulissen, Kostüme, Geräusche. Ein bisschen wie in einem Gedicht.“ Das Ergebnis ist eine filmische Erfahrung, in der Realität und Traum ineinanderfließen, ähnlich wie in einem surrealen, poetischen Bilderbuch.

Nach INNOCENCE (2004) besetzte Hadžihalilović erneut Marion Cotillard, die in Herz aus Eis eine Doppelrolle spielt: die glamouröse Filmikone Cristina und die mysteriöse Schneekönigin. „Marion besitzt eine moderne und zugleich zeitlose Ausstrahlung, die mich fasziniert. Ihr Gesicht trägt die Ausdruckskraft der Schauspielerinnen der 1930er Jahre, gleichzeitig ist ihre Darstellung voller Energie, die an die 70er Jahre erinnert – die Ära, die auch den Film visuell prägt. Ihre Präsenz zieht Jeanne sofort in ihren Bann.“

An der Seite von Cotillard brilliert die junge Clara Pacini in ihrer ersten großen Rolle, flankiert von August Diehl als Cristinas rätselhaftem Begleiter. Gemeinsam schaffen sie eine Welt, in der Bewunderung, Verführung und subtile Bedrohung eng verwoben sind – ein poetisches Kinoerlebnis voller betörender Bilder und dunkler Anziehungskraft.

