Die deutsche Filmbranche steht vor einer entscheidenden Phase: Kulturstaatsminister Wolfram Weimar plant offenbar, ein Gesetz zur verpflichtenden Investition von Streaming-Umsätzen in die heimische Filmproduktion abzuschwächen. Die Folgen wären dramatisch – Zehntausende Jobs, Milliarden an Wirtschaftskraft und die kreative Leistung von über 100.000 Filmschaffenden stünden auf dem Spiel.

In einem Online-Video erklärt Schauspieler und Filmemacher Calle Fuhr die Hintergründe: „Das ist gerade das erste Mal, dass die Filmverbände zusammen auftreten und sagen: ‚Hey, wir haben mit dir, Wolfram Weimar, ein riesengroßes Problem.‘“
Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon Prime und Disney+ verdienen in Deutschland Milliarden, zahlen aber kaum Steuern. Ein Beispiel: 2020 machte Netflix hierzulande 138,5 Millionen Euro Gewinn, darauf entfielen lediglich 250.000 Euro Steuern – ein Satz von 0,2 %.
Andere Länder wie Frankreich, Spanien und Italien zeigen, wie man mit einer verbindlichen Investitionspflicht die Filmbranche stärkt: Ein Teil der Abo-Einnahmen wird direkt wieder in lokale Produktionen investiert. Fuhr betont: „Jeder Euro, der hier in Deutschland investiert wird, schafft das Fünffache an Wert für die deutsche Wirtschaft.“
Ein entsprechender Gesetzesentwurf in Deutschland sah eine Investitionspflicht von 15 % des Umsatzes sowie steuerliche Anreize vor, wodurch in fünf Jahren bis zu 3,88 Milliarden Euro in die Branche geflossen wären. Stattdessen schlägt Weimar nun eine freiwillige Lösung vor – ein Modell, das Fuhr als „Widerspruch in sich“ bezeichnet und das die Filmbranche faktisch leer ausgehen lassen könnte.
Die Konsequenzen wären spürbar: Immer mehr deutsche Produktionen wandern ins Ausland ab, das Einkommen deutscher Filmfirmen sank in den letzten zwei Jahren um 120 %, und ein Drittel der Firmen könnte 2026 insolvent sein. „Wollen wir wirklich unsere eigene Filmbranche mit ihrer wirtschaftlichen Kraft und den Arbeitsplätzen opfern, um Donald Trump potenziell nicht zu verärgern?“, fragt Fuhr.
Er ruft die Öffentlichkeit zum Handeln auf: Das Video verbreiten, Bundestagsabgeordnete kontaktieren und die Investitionspflicht aktiv unterstützen, um die deutsche Filmlandschaft langfristig zu sichern.

