MEMORIES TO CHERISH – Ein Film über das, was bleibt

Am Set in Stuttgart liegt eine besondere Ruhe, wie ein leiser Nachhall eines Gefühls, das man nicht sofort greifen kann. MEMORIES TO CHERISH erzählt von dem, was uns formt, uns verletzt und uns begleitet. Von Erinnerungen, die wir festhalten, obwohl sie längst vergangen sind.

Kinostart: 2027

Der Film ist eine deutsch-georgische Koproduktion von Dito Tsintsadze und Lado Margania, die nicht nur gemeinsam Regie führen, sondern auch das Drehbuch geschrieben haben. Es ist ein Projekt zweier Filmemacher, die die Sprache der Stille und des Zwischenraums beherrschen. Dort, wo die wichtigsten Antworten liegen.

In drei miteinander verwobenen Geschichten geht es um Verlust, Versöhnung und die Sehnsucht, Verbindungen zu erneuern, die man längst verloren glaubte. Eine Tochter sucht den Weg zurück zu ihrer Mutter. Eltern hoffen auf eine letzte Begegnung mit ihrem verstorbenen Sohn. Und ein Mann wird von einer Liebe heimgesucht, die nie aufgehört hat zu existieren.

Issy Knopfler, Maryam D’Abo, Narges Rashidi, Manuel Rubey, Tyron Ricketts, Dana Herfurth, Valerie Neuenfels und Felix Klare tragen den Film – fein, unaufgeregt, tief menschlich.

Die Dreharbeiten führten das Team sechs Wochen lang durch Baden-Baden, Bad Wildbad, Karlsruhe und das Elsass. Diese Orte, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken, öffnen sich im Film wie vertraute Räume, in denen man selbst schon einmal gestanden hat.
Es ist ein Film darüber, dass Erinnerungen fragil sind und trotzdem kostbar. Und darüber, dass wir manchmal nicht zurückgehen können.

Interview mit den Regisseuren –Dito Tsintsadze & Lado Margania

THR: Erzähl uns etwas über die Enstehung des Films.
Lado Margania: Wir haben letztes Jahr angefangen zu schreiben. Die Idee war, die Geschichte in drei Teile zu gliedern. Alle drei Geschichten befassen sich damit, wie man mit der Realität umgeht – was real ist und was nicht. Eine der Geschichten ist eine Art Liebesgeschichte.

THR: Gibt es einen Unterschied zwischen einem Episodenfilm und einem Langspielfilm?
Dito Tsintsadze: Eigentlich gibt es keinen großen Unterschied. Die größte Herausforderung war, die drei Geschichten auf leicht unterschiedliche Weise zu erzählen. So steckt in jedem Erzählstrang ein eigener Film, und die Schwierigkeit liegt darin, sie sinnvoll miteinander zu verbinden. Wir sind sehr glücklich mit dem Rohmaterial, das wirklich besonders ist. Unser Ziel ist nun, alles zu einem stimmigen Ganzen zu verbinden – einen Film, in dem die drei Geschichten nebeneinander bestehen können.

Lado Margania: Ja, es fühlt sich wirklich so an, als würde man mit jeder Episode in einen ganz anderen Film eintauchen. Aber alle drei Geschichten verbindet etwas – der Rhythmus, die Atmosphäre. Es gibt einen roten Faden, der sich durch alle drei Geschichten zieht.

THR: Was wird das Publikum mit nach Hause nehmen?
Lado Margania: Unsere Geschichten sind am Anfang nicht das, was sie zu sein scheinen. Im Verlauf entwickeln sie sich und nehmen eine ganz andere Wendung. Es wäre ein Spoiler, jetzt schon zu verraten, worum es im Film wirklich geht.

Dito Tsintsadze: Es geht um Erinnerungen, die man bewahren möchte. Memories To Cherish – ein wirklich schöner Titel, finde ich. Ich möchte noch hinzufügen, dass alle drei Geschichten durch eine gemeinsame Linie verbunden sind. Wir hoffen, dass das Publikum nach dem Film darüber nachdenken wird, was es gesehen hat – dass es den Film nicht einfach vergisst, sobald es das Kino verlässt. Unser Ziel ist, dass der Film im Kopf bleibt – wie ein Perpetuum Mobile, das weiterwirkt. Wir möchten, dass das Publikum beim Zuschauen selbst innerlich mitarbeitet.

Dana Herfurth und Tyron Ricketts bei den Dreharbeiten zu “Memories to cherish” von Dito Tsintsadze und Lado Margania

Interview am Set mit Dana Herfurth und Tyron Ricketts

THR: Heute ist der vorletzte Drehtag. Es handelt sich um einen Film mit drei Episoden, und jetzt wird gerade die letzte Episode gedreht.
Dana Herfurth: Die Drehzeit war kürzer, aber ansonsten war es ähnlich. Man hat eine Geschichte, einen Figurenbogen, Wünsche und Ziele – das ist bei jeder Arbeit gleich. Nur dass es kompakter ist, fast wie ein Kurzfilm.

Tyron Ricketts: Ein Aspekt, der vielleicht ein bisschen anders ist: Man bekommt manchmal Regieanweisungen, die sich auf die vorangegangenen Episoden beziehen. Da kommt es kurzfristig zu Textänderungen, damit man nichts doppelt erzählt. Da muss man flexibel bleiben. Ansonsten stimme ich zu.

THR: Wie gehst du als Schauspieler:in damit um, so emotionale Themen wie Verlust und Vergebung zu spielen? Schützt du dich davor oder lässt du dich ganz darauf ein?
Dana Herfurth: Ich habe das Gefühl, dass dieses Hauptthema – Erinnern und Versöhnen – über allem liegt. Für mein Spiel ist das aber eher hinderlich, weil meine Figur jemand ist, der sich entscheidet, ganz im Moment zu leben. Das ist schön, weil ich so eine Figur spielen darf, die das Positive im Leben sucht. Alles, was runterzieht, stößt sie eher ab – und so habe ich als Schauspielerin eine gute Zeit, weil ich Freude mitbringen kann.

Tyron Ricketts: Ich konnte mir im Vorfeld aussuchen, welche Rolle ich spielen möchte, und habe mich für die dritte Episode entschieden – auch wenn sie kürzer ist und weniger Drehtage hat. Das passt besser zu meiner Lebenssituation. In der Kunst macht es mir Spaß, eigene Emotionen einfließen zu lassen. Ich lerne gerade viel, auch lebendig zu sein. Die Rolle fand ich spannend: jemand, der innerlich wie tot ist und dann durch eine Begegnung das Leben zurückerhält. Deshalb bringe ich gerne meine eigenen Gefühle ein.

THR: Was wünscht ihr euch, dass das Publikum aus solchen tiefgründigen Themen mitnimmt?
Tyron Ricketts: In allen drei Episoden geht es um Menschen, die noch einmal die Chance bekommen, Dinge zu sagen, die ungesagt geblieben sind. Gerade heute ist es wichtig, den Moment zu nutzen und den Menschen, die man liebt, das zu sagen – statt es aufzuschieben. Einfach das Leben genießen – das könnten wir ruhig öfter tun. Nach Jahren voller Produktion ist es eine schöne Erfahrung, jetzt „nur“ spielen zu dürfen, ohne die ganze Verantwortung zu tragen.

Dana Herfurth und Tyron Ricketts bei den Dreharbeiten zu “Memories to cherish” von Dito Tsintsadze und Lado Margania

Interview mit den Produzent:innen Elaine und Tommy Niessner

THR: Wie kam es zur Zusammenarbeit und was hat euch überzeugt, mitzumachen?
Elaine Niessner: Wir kennen Dito seit vielen Jahren und haben schon mehrere Filme mit ihm realisiert. Unser erster Film als Eastend Film war eine Koproduktion mit ihm. Was uns an diesem Projekt interessiert hat: Es ist ein Art Arthouse-Science-Fiction-Film, ein
Genre, das wir sehr mögen. Hier verbindet sich das Sci-Fi-Element mit einem künstlerischen Ansatz – mit Themen wie künstlicher Intelligenz, Erinnerung, Reproduktion und Simulation. Der Film stellt Fragen wie: Was wird in Zukunft möglich sein? Kann man Erinnerungen reproduzieren? Dieses Aufarbeiten von Vergangenem, das man zu Lebzeiten nicht mehr geschafft hat, ist ein faszinierendes Feld. Schön ist, dass der Film das nur am Rande aufgreift, nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern in drei fein verwobenen Geschichten – das fanden wir sehr spannend.

THR: Gab es in der Produktion Unterschiede zu einem regulären Spielfilm? War es einfacher oder komplizierter?
Tommy Niessner: Finanziell nicht, aber organisatorisch war es anders. Wir hatten keinen durchgängigen Cast – alle eineinhalb Wochen ein neues Ensemble. Man muss sich immer wieder auf eine neue Geschichte und einen eigenen Rhythmus einstellen. In kreativer Hinsicht ist das eine ganz andere Art von Arbeit. Aber insgesamt haben wir das Projekt wie einen Langspielfilm behandelt – und das hat sehr gut funktioniert.

Elaine Niessner: Genau, es ist ja auch ein Langspielfilm, nur eben mit drei eigenständigen Geschichten. Wir haben beschlossen, die Episoden wirklich getrennt und nacheinander zu drehen – das war gut so. So konnten wir uns jedes Mal voll auf eine Geschichte konzentrieren. Natürlich gab es dadurch manchmal Leerlauf am Set, den man hätte vermeiden können, wenn man alles verzahnt hätte – aber der Fokus war dadurch klarer.

Bei den Dreharbeiten zu “Memories to cherish” von Dito Tsintsadze und Lado Margania

 

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