Bleachers holen The Chicks zum Abschluss ihrer fünftägigen Konzertreihe ins Troubadour

Die von Jack Antonoff angeführte Indie-Pop-Band spielte ältere Klassiker und neue Songs aus ihrem aktuellen Album „everyone for ten minutes“.

Bleachers beendeten am Dienstagabend ihre seltene Konzertreihe in Los Angeles mit fünf besonders kleinen Auftritten im Troubadour in West Hollywood. Zum Abschluss holten sie The Chicks auf die Bühne. Damit schloss sich ein Kreis: Die Indie-Rocker aus New Jersey spielten zum ersten Mal seit 2014 wieder in dem legendären Veranstaltungsort.

Die von dem Grammy-prämierten Musikproduzenten Jack Antonoff angeführte Band bot ihren Fans in dem 500 Zuschauer fassenden Club die Möglichkeit, sie so hautnah wie selten zuvor zu erleben. Der nostalgische Sound und die tiefgründigen Texte von Bleachers passten perfekt zur besonderen Atmosphäre des Troubadour.

Der Troubadour fühlte sich deutlich intimer an als die großen Arenen und Konzerthallen, in denen die Band normalerweise auftritt – etwa im Madison Square Garden im vergangenen Juni. In dem kleinen Raum konnten die Musiker viel direkter mit dem Publikum interagieren. Die Fans in der ersten Reihe standen nur wenige Schritte vom Bühnenrand entfernt.

Alle fünf Abende fühlten sich wie eine Rückkehr zu den Anfängen der Band an. Die Setlist kombinierte nostalgische Songs aus ihrem ersten Album „Strange Desire“ mit neuen Titeln aus „everyone for ten minutes“, dem fünften Studioalbum der Gruppe, das im Mai erschienen ist. Neben alten Favoriten wie „Don’t Take the Money“ und „Good Morning“ spielten Bleachers auch neue Songs wie „you and forever“ und „sideways“. Mit letzterem, dem Eröffnungssong des neuen Albums, begann auch das Konzert am Dienstag.

Ein Akustik-Set sorgte für noch mehr Nähe zwischen Band und Publikum. Dabei kam vor allem Antonoffs Stimme besonders gut zur Geltung. Etwa zur Hälfte des Konzerts holten Bleachers dann die Country-Stars The Chicks als Überraschungsgäste auf die Bühne. Gemeinsam spielten sie eine Coverversion von „I Wanna Get Better“, woraufhin das Publikum völlig aus dem Häuschen geriet. Carly Rae Jepsen hatte denselben Song – der ursprünglich 2014 auf dem Debütalbum von Bleachers erschienen war – bereits am ersten Abend gemeinsam mit Antonoff gesungen. Beim Konzert am Dienstag war außerdem Antonoffs Vater Ricky dabei. Er begleitete die Band bei „How Dare You Want More“.

Obwohl der Club nur 500 Menschen fasst, herrschte im Publikum eine elektrisierende Stimmung. Die Konzertbesucher sorgten für eine lebendige und ausgelassene Atmosphäre. Einige hatten Seifenblasen mitgebracht, die sie während bestimmter Songs versprühten. Das verlieh vor allem den langsameren, emotionaleren Liedern eine zusätzliche humorvolle Note – etwa „Merry Christmas, Please Don’t Call“, einem melancholischen Song darüber, persönliche Grenzen zu setzen und einen Menschen, der einem nicht guttut, darum zu bitten, sich während der Feiertage nicht zu melden.

Die kleine Konzertreihe von Bleachers erinnerte daran, wie wichtig es ist, erfolgreiche Bands auch in intimen Veranstaltungsorten auftreten zu lassen. Dabei geht es nicht nur um die Musik, sondern auch um die gemeinsame Freude, die zwischen der Band und ihren Fans entsteht. Für einige Besucher war es das erste Bleachers-Konzert überhaupt, andere waren bereits zum 19., 30. oder – im Fall eines Fans – sogar zum 98. Mal bei einem Auftritt der Band dabei.

Bleachers mögen inzwischen über die kleinen Clubs hinausgewachsen sein. Doch die vergangenen fünf Abende im Troubadour haben gezeigt, dass es etwas ganz Besonderes ist, wenn Künstler an jene intimen Orte zurückkehren, an denen ihre Karriere einst begonnen hat.

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