Bonnie Tyler, die walisische Sängerin, deren unverwechselbare raue Stimme Songs wie „Total Eclipse of the Heart“ und „Holding Out for a Hero“ zu einigen der größten Hits der 1980er-Jahre machte, ist gestorben. Sie wurde 75 Jahre alt.
„Bonnies Familie und ihr Team sind untröstlich und müssen bekannt geben, dass Bonnie vergangene Nacht unerwartet in einem Krankenhaus in Portugal an den Folgen der Krankheit verstorben ist, wegen der sie dort behandelt wurde“, heißt es in einer Mitteilung auf Tylers offizieller Website. Im Mai war die Sängerin nach einer Notoperation am Darm in ein künstliches Koma versetzt worden.
Mit ihren stechend blauen Augen, ihrer großen blonden Mähne, den markanten Schulterpolstern und ihrer kraftvollen Stimme wurde Tyler in den 1980er-Jahren sowohl in den USA als auch in ihrer Heimat Großbritannien zu einer der führenden Sängerinnen. Gemeinsam mit der ebenfalls aus Cardiff stammenden Shirley Bassey zählt sie zu den erfolgreichsten Sängerinnen, die Wales je hervorgebracht hat.
Bonnie Tyler wurde 1951 unter dem Namen Gaynor Hopkins im walisischen Skewen geboren und bei Auftritten in Clubs im nahegelegenen Swansea entdeckt. Ende der 1970er-Jahre gelang ihr mit „Lost in France“ aus ihrem Debütalbum The World Starts Tonight bei RCA Records der Durchbruch. Es folgte 1978 das Album Natural Force, das die Single „It’s a Heartache“ enthielt. (In den USA erschien das Album unter dem Titel It’s a Heartbreak.) Sowohl die Single als auch das Album erhielten in den USA Goldstatus.
Nach zwei weiteren Alben bei RCA wechselte Tyler zu Columbia Records und veröffentlichte 1983 Faster Than the Speed of Night. Das Album wurde mit Platin ausgezeichnet und enthielt ihren größten Hit: „Total Eclipse of the Heart“, geschrieben von Jim Steinman. Der Song entwickelte sich zu einem weltweiten Popkultur-Phänomen. Steinman war vor allem als Songwriter für Meat Loaf bekannt, und lange wurde spekuliert, er habe die wuchtige Powerballade ursprünglich für den Rocksänger geschrieben. Tyler bestritt dies jedoch stets.
„Total Eclipse of the Heart“ erhielt in den USA Platin und brachte Tyler eine Grammy-Nominierung als beste weibliche Pop-Gesangsdarbietung ein. Für das Album Faster Than the Speed of Night wurde sie außerdem in der Kategorie Beste weibliche Rock-Gesangsdarbietung nominiert. In Großbritannien erreichte der Song Platz eins der Singlecharts und wurde zu einem der meistverkauften Titel des Jahres 1983. Seitdem gilt er als einer der prägenden Songs des Jahrzehnts – sowohl in Europa als auch in den USA.
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Das aufwendig inszenierte Musikvideo zu „Total Eclipse of the Heart“ wurde vom australischen Regisseur Russell Mulcahy gedreht, der später unter anderem den Film Highlander inszenierte. Das Video wurde auf YouTube mehr als 1,3 Milliarden Mal angesehen.
Der anhaltende Erfolg des Songs führte dazu, dass er in der ersten Staffel der Fernsehserie Glee zu hören war, wo Lea Michele, Cory Monteith und Gaststar Jonathan Groff den Hit interpretierten. Eine humorvolle Version erschien außerdem im Film Old School, gesungen von der Dan Band.
„Total Eclipse of the Heart“ wurde im Laufe der Jahre von zahlreichen Künstlern neu aufgenommen. Besonders erfolgreich war die Version der englischen Sängerin Nicki French, die im Oktober 1994 weltweit große Erfolge feierte.
Trotz des enormen Erfolgs des Songs in den 1980er-Jahren und seiner bis heute hohen Streamingzahlen erklärte Tyler im Januar gegenüber der BBC, sie verdiene mit dem Lied „so gut wie nichts“.
Tyler und Jim Steinman landeten 1984 mit „Holding Out for a Hero“ einen weiteren Welterfolg. Der kraftvolle und dramatische Song war Teil des Soundtracks zum Kevin-Bacon-Film Footloose. Zwar erreichte er kommerziell nicht ganz den Erfolg von „Total Eclipse of the Heart“ – in Großbritannien Platz zwei und in den US-Billboard-Charts Platz 34 –, entwickelte sich jedoch ebenfalls zu einem festen Bestandteil der Popkultur der 1980er-Jahre.
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Wie „Total Eclipse of the Heart“ ist auch „Holding Out for a Hero“ bis heute in zahlreichen Filmen und Fernsehserien zu hören, darunter Shrek 2, The Super Mario Bros. Movie, Euphoria und Regular Show. Außerdem wurde der Song unzählige Male in Werbespots weltweit verwendet. Für das Footloose-Remake von 2011 nahm Ella Mae Bowen eine Coverversion auf.
1986 veröffentlichte Tyler als Nachfolger von Faster Than the Speed of Night das Album Secret Dreams and Forbidden Fire, das den von Desmond Child geschriebenen Song „If You Were a Woman (and I Was a Man)“ enthielt. Zwar konnte dieser Titel nicht an ihre größten Erfolge anknüpfen, doch seine Melodie lebte weiter: Desmond Child überarbeitete sie gemeinsam mit Bon Jovi zu „You Give Love a Bad Name“, einem der erfolgreichsten Rocksongs aller Zeiten. Später wurde die Melodie erneut aufgegriffen – unter anderem für Ava Max‘ Hit „Kings & Queens“ aus dem Jahr 2020.
Tyler veröffentlichte bis in die frühen 2000er-Jahre kontinuierlich neue Musik. 2013 vertrat sie Großbritannien beim Eurovision Song Contest mit dem Titel „Believe in Me“ aus ihrem Album Rocks and Honey. Im Laufe ihrer Karriere brachte sie insgesamt 18 Studioalben heraus; ihr letztes Album, The Best Is Yet to Come, erschien 2021.
Auch während ihrer größten Erfolge in den 1980er-Jahren blieb Tyler ihrer Heimatregion Swansea eng verbunden. 2013 verlieh ihr die Swansea University die Ehrendoktorwürde. Außerdem wurde sie zum Fellow des Royal Welsh College of Music & Drama ernannt. In der letzten Geburtstags-Ehrenliste von Königin Elizabeth II. im Jahr 2022 wurde sie ausgezeichnet und erhielt im darauffolgenden Jahr von Prinz William den Orden MBE für ihre Verdienste um die Musik.
Bonnie Tyler hinterlässt ihren Ehemann Robert Sullivan, mit dem sie seit 1973 verheiratet war.

