„Hijack“ ist eine spannungsgeladene Thriller‑Serie auf Apple TV+, in der Idris Elba die Hauptrolle des Krisenverhandlungs‑Experten Sam Nelson spielt. In der ersten Staffel musste Nelson in Echtzeit die Entführung eines Flugzeugs auf dem Weg von Dubai nach London bewältigen und versuchen, die Passagiere zu retten. Die Serie wurde von George Kay und Jim Field Smith geschaffen und zeichnet sich durch intensives Storytelling und hohe Nervenkitzel‑Momente aus. In der zweiten Staffel, die am 14. Januar 2026 auf Apple TV+ startet, verlagert sich der Schauplatz unter die Erde: Nelson befindet sich diesmal mitten in einer Geiselnahme in einer Berliner U‑Bahn‑Station, während oberhalb des Bodens die Behörden fieberhaft versuchen, die Situation zu entschärfen.

In der Thriller-Serie Hijack übernimmt der deutsche Schauspieler Langston Uibel in der zweiten Staffel eine Nebenrolle als „Colin“. Er ist Teil des Ensembles rund um eine Geiselnahme in einer Berliner U‑Bahn, die Idris Elbas Figur Sam Nelson erneut ins Zentrum dramatischer Verhandlungen und gefährlicher Situationen rückt.
The Hollywood Reporter Germany sprach mit Langston Uibel über seine Karriere und Erfahrungen am Set.
Welche Geschichten möchtest du erzählen?
Langston Uibel: Mir geht es nicht nur um die Figuren selbst, sondern vor allem darum, mit wem ich sie erzähle. Die Perspektive der Filmemacherinnen und Filmemacher ist für mich entscheidend, weil sie bestimmt, wie Figuren atmen dürfen. Ich möchte mit Menschen arbeiten, die Charaktere nicht benutzen, um eine Handlung zu bedienen, sondern die ihnen Raum geben, zu leben.
Die nicht kommentieren oder erklären wollen, sondern beobachten. Die zulassen, dass eine Figur einfach existiert, mit all ihren Widersprüchen und Leerstellen. Das sind die Geschichten, die mich interessieren. Geschichten, in denen Menschen nicht funktionieren müssen, sondern sein dürfen.

Erster Drehtag bei HIJACK 2?
LU: Der Drehtag war eigentlich ziemlich witzig, weil ich wusste, ich spiele einen Lehrer, aber ich war bis kurz vor Schluss überzeugt, dass ich einen Grundschullehrer spiele. Ich dachte wirklich, meine Schüler wären kleine Kinder. Am Set stand ich dann plötzlich vor einer Oberstufenklasse, die teilweise kaum jünger war als ich. Bei Filmprojekten sind die ersten beiden Drehtage immer entscheidend. Sie legen fest, wie man ins Projekt hineinkommt. Und hier hat alles sofort funktioniert. Meine Rolle saß und mit Felix Mayr, meinem Hauptspielpartner, den ich schon von „Unorthodox“ kannte, war sofort eine Vertrautheit da. Und natürlich, die Präsenz von Idris Elba am Set ist eine eigene Energie. Er bringt eine Ruhe und Größe mit, die einen automatisch zur Bestleistung führt. Diese Produktion hat sich um alles gekümmert, damit wir arbeiten können. Und gleichzeitig erwartete sie, dass wir genau das tun.

Spürt man den globalen Druck?
LU: Weniger, als man vielleicht denkt. Produktionen in dieser Größe sind sehr gut organisiert. Am Set zählt am Ende wirklich nur die Szene, die direkt vor dir liegt. Alles andere, Erwartungen, Reichweite oder Außenwahrnehmung, existiert eher im Hintergrund. Ich versuche bewusst, mich nicht damit zu beschäftigen. Wenn man sich auf den Moment konzentriert, auf die Partner, auf den Text und die Handlung, dann verschwindet dieser globale Druck fast vollständig. Da entsteht eher etwas Spielerisches. Ein Fokus, der sehr klar macht, dass es jetzt nur um diesen Augenblick geht.

Wo fühlst du dich am meisten zu Hause?
LU: Ich bin im Moment so viel unterwegs, dass zuhause für mich weniger ein Ort ist als ein Gefühl. Eigentlich ist mein Zuhause die Sicherheit, die ich mit meiner Familie und meinen Freundinnen und Freunden habe. Dieses Wissen, dass es ihnen gut geht, trägt mich. Ich lebe zwischen London, Wien, Berlin und überall dort, wo gerade Arbeit entsteht. Deshalb ist Heimat für mich eher ein Lebensgefühl geworden. Am Ende des Tages brauche ich nicht viel. Ich möchte wissen, dass meine Leute in Ordnung sind und im besten Fall wissen, wo das nächste Theater oder Kino ist.
Was bedeutet Bühne für dich persönlich?
Langston Uibel: Für mich ist die Bühne ein Ort, an dem alles sofort spürbar ist. Du kannst nichts verstecken. Jede Unsicherheit, jeder Gedanke und jede Energie stehen im Raum. Diese Unmittelbarkeit hat etwas Befreiendes, weil sie dich zwingt, wirklich präsent zu sein.
Die Burgtheaterbühne, auf der jedes Mal mehr als eintausendeinhundert Menschen sitzen, ist für mich ein Ort, an dem ich unglaublich viel über mich selbst entdecke. Dort tanke ich Selbstvertrauen. Dort forsche ich am Spielen. Ich verschwimme immer wieder eigene Grenzen und sammle die Kraft, die ich für all meine anderen Aufgaben brauche, zum Beispiel für „Hijack“. Es ist ein körperlicher und lebendiger Austausch, der mich erdet und gleichzeitig weiter öffnet.

