Anne-Marie Waldeck erobert NCIS: Tony & Ziva

In diesem Interview spricht Anne-Marie Waldeck über ihre Begeisterung für Fruzsi als vielschichtige und selbstbewusste Figur sowie über die Erfahrung, Seite an Seite mit TV-Ikonen wie Michael Weatherly und Coté de Pablo in Budapests glamourösem Set zu arbeiten.

Wenn eine deutschsprachige Schauspielerin den Sprung in ein weltweit gefeiertes TV-Franchise schafft, ist das immer ein Moment, der aufhorchen lässt. Mit ihrer Rolle als Fruzsi in NCIS: Tony & Ziva gelingt Anne-Marie Waldeck genau das: ein Auftritt, der international für Aufmerksamkeit sorgt und zugleich zeigt, wie selbstverständlich globale Produktionen heute von vielfältigen Stimmen geprägt werden.

Im Gespräch mit Hollywood Reporter Germany erzählt Waldeck von der überraschenden Nachricht ihrer Besetzung, dem intensiven Casting-Prozess und der Faszination für eine Figur, die ebenso schillernd wie clever ist. Sie spricht über die Zusammenarbeit mit Serienikonen, über Dreharbeiten in Budapest – einem Ort, der für sie fast wie ein Heimspiel wurde – und über Szenen, die ihr noch lange in Erinnerung bleiben werden.

v.l.n.r. Anne-Marie Waldeck als Fruzsi und Max Osinski als Boris | NCIS: Tony & Ziva | Staffel 1 Episode 2 | Foto: Marcell Piti / Paramount+

THR: Herzlichen Glückwunsch zu Deiner Rolle in „NCIS: Tony & Ziva“! Erinnerst Du Dich noch an den Moment, als Du erfahren hast, dass Du Teil dieses weltweiten Franchises wirst?
Anne Marie Waldeck:
Ja, absolut. Ich war in Berlin mitten in einem Dreh, irgendwo zwischen Kostümwechsel und der nächsten Szene, als plötzlich der Anruf kam.

Ich habe mich unglaublich gefreut, durfte es aber noch niemandem erzählen. Also habe ich einfach tief durchgeatmet, das Geheimnis für mich behalten und weitergedreht, als wäre nichts passiert.

Anne-Marie Waldeck als Fruzsi in NCIS: Tony & Ziva | Staffel 1 | Foto: Marcell Piti / Paramount+

THR: Wie kam es zu Deiner Besetzung als Fruzsi – musstest Du ein klassisches Casting durchlaufen oder wurdest Du direkt angefragt?
Anne Marie Waldeck:
Ich habe eine Self-Tape-Einladung von Sophie Holland bekommen – einer großartigen Casting-Direktorin, die auch für Projekte von Tim Burton wie Beetlejuice Beetlejuice, Wednesday oder auch The Witcher verantwortlich ist. Zuerst habe ich also das Tape gemacht, und daraus wurden dann insgesamt drei Runden. Später folgten noch Zoom-Castings und Chemistry Reads mit Live-Schaltungen nach London und Los Angeles.

v.l.n.r. Anne-Marie Waldeck als Fruzsi und Max Osinski als Boris | NCIS: Tony & Ziva | Staffel 1 Episode 4 | Foto: Marcell Piti / Paramount+

THR: Wie hast Du die Figur Fruzsi zum ersten Mal beschrieben bekommen – und was hat Dich sofort gereizt, sie zu spielen?
Anne Marie Waldeck:
Fruzsi macht einfach Spaß – sie ist unerschütterlich positiv, tough, fashion forward und voller Überraschungen. Sie ist unsterblich verliebt in ihren Verlobten Boris, einen brillanten Computerhacker, durch den sie in das ganze Abenteuer hineingezogen wird. Sie sieht das Leben als etwas, das man bei den Hörnern packen und in vollen Zügen genießen sollte – und Regeln und Gesetze sind für sie höchstens optional.

Schon die Casting-Szenen waren so einzigartig und clever geschrieben, dass es sofort Klick gemacht hat. Die Dialoge waren so pointiert, witzig und voller brillanter One-Liner. Ein großes Dankeschön an John McNamara und den Rest des Autorenteams!

v.l.n.r. Michael Weatherly, Anne-Marie Waldeck, Coté De Pablo | NCIS: Tony & Ziva

THR: Wie wichtig war es Dir, dass Fruzsi nicht nur als Sidekick, sondern als eigenständige, starke Frau wahrgenommen wird?
Anne Marie Waldeck: Sehr wichtig. Fruzsi ist am stärksten in den Momenten, in denen sie andere überrascht.  Auf den ersten Blick wirkt sie glamourös, verspielt, manchmal sogar larger than life – und genau das führt dazu, dass man sie leicht unterschätzt. Aber diese Unterschätzung wird zu ihrer Waffe. Sie ist hochintelligent, äußerst einfallsreich und oft diejenige, die eine Lösung findet, wenn es sonst niemandem gelingt.

Das fasziniert mich an ihr: Sie lässt sich nicht durch Äußerlichkeiten definieren. Sie kann stylisch, witzig und unberechenbar sein – und trotzdem die Person, die die Situation rettet.

Für mich macht sie das nicht nur zum „Comic Relief“, sondern zu einer Art feministischen Figur – eine, die verkörpert, dass Frauen sich nicht zwischen Mut, Eleganz und Brillanz entscheiden müssen. Sie können alles zugleich sein.

Anne-Marie Waldeck als Fruzsi | NCIS: Tony & Ziva, Staffel 1 | Foto: Marcell Piti / Paramount+

THR: Du standest mit Michael Weatherly und Cote de Pablo vor der Kamera – zwei absoluten NCIS-Ikonen. Wie war die Zusammenarbeit?
Anne Marie Waldeck:
Die Zusammenarbeit war großartig. Beide haben mich unglaublich warm aufgenommen – menschlich wie professionell. Cote ist eine absolute Powerfrau und Michael hat einen wunderbaren Sinn für Humor – immer mit den besten Geschichten und Anekdoten am Set. Es war eine echte Freude, mit ihnen zu arbeiten und Teil dieses Teams zu sein.

v.l.n.r. Anne-Marie Waldeck, Michael Weatherly, Coté de Pablo | NCIS: Tony & Ziva Staffel 1

THR: Gedreht wurde in Budapest. Wie hast Du die Stadt als Drehort erlebt, und was hat das internationale Set für Dich besonders gemacht?
Anne Marie Waldeck: Für mich fühlten sich die Dreharbeiten in Budapest wirklich wie ein Heimspiel an. Ich bin halb Ungarin und hatte zwei Jahre zuvor bereits dort für die BBC-Produktion Vienna Blood mit dem Oscar-nominierten Regisseur Robert Dornhelm gedreht. Diesmal mit einer US-Produktion zurückzukehren, war eine schöne Mischung aus Vertrautheit und etwas völlig Neuem.

Budapest hat so viel Charme – die Architektur, die Geschichte, die Atmosphäre. Es war großartig, viele ungarische Kollegen am Set zu haben, und man wechselte ständig zwischen Englisch, Ungarisch und sogar Deutsch. Dieser mehrsprachige Rhythmus verlieh dem gesamten Projekt einen globalen Herzschlag. Ich liebe das, weil jede Sprache ihre eigene Musik, ihre eigene Haltung hat – und das eröffnet auch im Spiel völlig neue Wege, eine Figur zu interpretieren und ihr mehr Tiefe zu geben. Es war zudem meine erste Rolle, in der ich vor der Kamera auch Ungarisch gesprochen habe.

v.l.n.r. Anne-Marie Waldeck als Fruzsi und Max Osinski als Boris | NCIS: Tony & Ziva | Staffel 1 Episode 4 | Foto: Paramount+

THR: Du bist eine der wenigen deutschsprachigen Schauspielerinnen im Hauptcast einer großen US-Serie. Wie fühlt sich das an – eher surreal oder motivierend?
Anne Marie Waldeck: Beides. Es zeigt mir, dass Neugier und Offenheit irgendwann ihren Weg finden. Und dann steht man plötzlich mitten in einem Projekt, das weltweit Menschen erreicht – allein der erste Teaser hatte über 93 Millionen Views in einer Woche, ein Rekord für Paramount Plus. Das zeigt, welche Sichtbarkeit so ein Projekt schafft – und welche Kraft Geschichten haben können, Menschen auf der ganzen Welt zu berühren.

Die großartige Presse, die Nachrichten der Fans, ihre kreativen Videos – das ist das Schönste an diesem Beruf: zu spüren, dass man mit einer Figur, einer Szene, mit Humor oder Leichtigkeit wirklich etwas bewegen kann. Dass man Menschen zum Lachen bringt, sie inspiriert.

Anne-Marie Waldeck als Fruzsi | NCIS: Tony & Ziva | Staffel 1 Episode 2 | Foto: Marcell Piti / Paramount+

THR: Was war für Dich der größte Unterschied zwischen einem US-Dreh und einer deutschen Produktion?
Anne Marie Waldeck: Der größte Unterschied war die Dimension. Die amerikanische Arbeitsweise hat einfach eine ganz andere Größenordnung – von zwei Wochen intensiver Vorbereitung mit unzähligen Tests für Haare, Make-up und Kostüme über eine große Leseprobe, die live nach Los Angeles gestreamt wurde, bis hin zu den Sets. Mehrere Writer und Produzenten waren regelmäßig vor Ort, und jede Abteilung arbeitete mit beeindruckender Präzision.

Selbst die kleinsten Details waren durchdacht: Ich hatte lange Glitzer-Gelnägel, die mir eine ganz neue Körpersprache gegeben haben – plötzlich hatte meine Figur diese elegante, leicht dramatische Art, die Hände zu bewegen. Und dann stehst du da, mit Wimpern bis zum Mond, in einem Balmain-Morgenmantel, mitten in Budapest – das ist Hollywood auf europäisch.

v.l.n.r. Anne-Marie Waldeck, Maximilian Osinski, Coté de Pablo, Michael Weatherly | NCIS: Tony & Ziva Staffel 1

THR: Gibt es eine Szene, die Dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Anne Marie Waldeck: Ich liebe die Momente, in denen Fruzsi alle überrascht – wenn sie plötzlich diejenige ist, die das Team rettet oder den entscheidenden Einfall hat.

Eine meiner ersten Szenen war gleich in Folge zwei – Fruzsi verteidigt dort ihren Verlobten Boris. Das war einer dieser Momente, in denen man sofort spürt, wer sie wirklich ist.

Und dann gibt es die Hochzeitsszene in Folge vier – völlig anders im Ton, unerwartet, typisch Fruzsi: ein bisschen Chaos, ein bisschen Stil und immer für eine Überraschung gut.

v.l.n.r. Anne-Marie Waldeck, Coté de Pablo | NCIS: Tony & Ziva Staffel 1

THR: Und zum Abschluss: Wenn Fruzsi ein Motto hätte, welches wäre es – und gilt es vielleicht auch ein bisschen für Dich selbst?
Anne Marie Waldeck: Man muss sich nicht entscheiden, ob man stark, klug oder elegant ist – die wahre Kunst ist, alles zugleich zu sein.

Anne-Marie Waldeck | NCIS: Tony & Ziva | Event

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