„Rose“ – Historisches Drama mit Sandra Hüller feiert Premiere auf der Berlinale

„Rose“ – Sandra Hüller brilliert in einem intensiven Historiendrama über eine Frau, die sich als Mann ausgibt, um in einer patriarchalen Gesellschaft zu überleben, und zwischen persönlichen Idealen, familiären Bindungen und gesellschaftlicher Anpassung ihren Weg finden muss.

Mit Rose präsentiert der österreichisch‑deutsche Regisseur Markus Schleinzer ein facettenreiches Historiendrama, das im Wettbewerb der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin gezeigt wird.

Rose (Sandra Hüller) | Foto: Gerald Kerkletz ©Schubert, Row Pictures und Walker + Worm Film

Im Mittelpunkt steht Sandra Hüller als geheimnisvoller Soldat, der nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs in einem abgelegenen protestantischen Dorf auftaucht und unter einer falschen Identität versucht, einen Platz in der Gemeinschaft zu finden. Rose spielt im 17. Jahrhundert und erzählt die auf historischen Motiven basierende Geschichte eines Soldaten, der sich als Mann ausgibt, um in einer patriarchalen Gesellschaft zu überleben und Anerkennung zu erlangen. Die Figur ist inspiriert von realen Berichten über Frauen, die sich als Männer verkleideten, um sozial und wirtschaftlich handlungsfähig zu sein. Neben Sandra Hüller gehören unter anderem Caro Braun, Godehard Giese und Robert Gwisdek zur Besetzung.

Suzanne (Caro Braun) und Rose (Sandra Hüller) | Foto: Gerald Kerkletz ©Schubert, Row Pictures und Walker + Worm Film

Die Produktion entstand als internationale Koproduktion zwischen Österreich und Deutschland. Rose feiert am 15. Februar 2026 im Wettbewerb der Berlinale seine Weltpremiere und wird damit im Rennen um den Goldenen Bären stehen. Nach der Festivalpräsentation kommt der Film regulär in die Kinos. Das Historiendrama verspricht nicht nur ein visuell beeindruckendes Porträt einer Außenseiterfigur zu werden, sondern durch Hüllers intensive Performance auch ein noch nie dagewesenes Charakterporträt im Kinojahr 2026.

Rose (Sandra Hüller) wird Teil der Dorfgemeinschaft | Foto: Gerald Kerkletz ©Schubert, Row Pictures und Walker + Worm Film

INTERVIEW mit Hauptdarstellerin SANDRA HÜLLER

Was hat Dich an ROSE, an der Figur von Rose gereizt?
Sandra Hüller: Zunächst einmal sind Markus Schleinzer und Alexander Brom bemerkenswerte Autoren, die ein Drehbuch geschrieben haben, das eigentlich ein Gedicht ist. Die Figur der Rose ist so komplex und mutig, widersprüchlich und bewegend, dass ich mehr über sie erfahren wollte. Die Sprache, die wir im Film sprechen, war für mich eine willkommene Herausforderung, sie ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe. Außerdem arbeite ich gerne mit meinem ganzen Körper, und das war hier sehr gefragt.

ROSE ist eine sehr komplexe Rolle. Wie hast Du es geschafft, einer Figur, die nicht viel sagt, so viel Tiefe zu verleihen?
Sandra Hüller: Generell glaube ich nicht, dass Figuren viel reden müssen, damit sie Figuren sind. Schon wenn ich jemanden auf der Straße sehe, kann ich mir schon vorstellen, wer er ist, oder seine Energie oder seine Sorgen spüren, daher ist dieser Aspekt nicht wirklich das Schwierige. Die eigentliche Herausforderung bestand darin, die Balance zu finden, als männliche Figur glaubhaft zu sein für die Menschen, denen Rose begegnet, und gleichzeitig dieständige Angst beizubehalten, entdeckt zu werden – oder vielmehr, diese Angst zur treibenden Kraft der Figur zu machen, neben dem Wunsch, einfach am Leben zu sein. Die Kostüme von Doris Bartelt haben dabei enorm geholfen. Das Ankleiden war eine wirkliche Prozedur, bei dem jedes einzelne Detail der männlichen Rüstung, die Rose trägt, beachtet werden musste, auch die Details, die nicht sichtbar sind. Und natürlich gab es auch viele Gespräche mit Markus.

Wie war die Zusammenarbeit mit Markus Schleinzer?
Sandra Hüller: Unsere Arbeitsbeziehung basiert natürlich auf gegenseitigem Respekt. Markus hat das Drehbuch geschrieben und dafür unglaublich viel recherchiert, wovon ich profitieren konnte. Er ist offen für Änderungen und Gedanken, Ideen, die wir haben, und vertraut dem Instinkt seiner Schauspielerinnen und Schauspieler. Trotz der strengen Begrenzungen eines Schwarz-Weiß-Historienfilms war er sehr flexibel und hatte eine einzigartige und genaue Vision.

Es gibt eine Reihe von Inspirationen für diesen Film, von Kurosawa über Western bis hin zu Dreyer. Gab es frühere Darstellungen, die Du Dir angesehen oder die Dich inspiriert haben?
Sandra Hüller: Ich habe mir „Albert Nobbs“ mit Glenn Close angesehen, um sicherzugehen, dass ich nichts übersehen habe. Die rauen Wetterbedingungen, die körperliche Anstrengung beim Ausbau des Gehöfts, das alles wirkt sehr überzeugend.

Was waren Deine Erfahrungen am Set? War der Dreh so schwierig, wie es den Anschein hat?
Sandra Hüller: Ja, es war ein schwieriger Dreh – besonders im Winter. Gleichzeitig hatten wir den Luxus, fast die ganze Zeit am selben Ort zu bleiben, in der wunderschönen Region im Harz. Die Häuser und die Kirche wurden speziell für den Film gebaut, und Markus sorgte dafür, dass die Felder nicht abgeerntet wurden, damit sie zum Zeitpunkt der Dreharbeiten in voller Blüte standen. Es wurde unglaublich viel für uns organisiert.
Emotional war es allerdings sehr herausfordernd, jemanden zu spielen, der ein so großes Geheimnis hat, der eine so starke Sehnsucht danach verspürt, frei zu sein, und der einen Krieg überlebt hat.

Wie siehst Du ROSE vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Gegenwart?
Sandra Hüller: Ich bin kein Fan von Helden oder Heldinnen in irgendeinem Kontext – es ist zu einfach, die Bürde der Tapferkeit auf einzelne Personen abzuwälzen. Ich glaube, dass wir alle gemeinsam die Gesellschaft gestalten und dass es unsere kollektive Verantwortung ist, dafür zu sorgen, dass niemand jemals verbergen muss, wer er ist, um akzeptiert zu werden. Aus diesem Grund bin ich überzeugt, dass es einfach notwendig ist, Geschichten wie diese über Menschen wie Rose zu erzählen, weil es sie gibt.

Was hoffst Du, dass das Publikum aus Deiner Darstellung von ROSE mitnimmt?
Sandra Hüller: Ich hoffe, vor allem, dass wir das Publikum bewegen und dazu ermutigen können, darüber nachzudenken, wo wir in unserem eigenen Leben vielleicht andere ausschließen oder Türen zuschlagen. Was kann und muss die aktuelle Politik tun, um die Welt für alle gleichermaßen zugänglich zu machen? Und wenn man es von der anderen Seite betrachtet: Wo verstecken wir das, wer wir sind, wie viel Mühe kostet uns das und was wäre nötig, um damit aufzuhören?

Teaser Plakat „Rose“ via FilmPressKit

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