Kinky Boots – Wenn Mut und Musik die Welt verändern

Nach ausverkauften Shows am Broadway und im Londoner West End begeistert Kinky Boots nun auch in München – mitreißend, humorvoll und aktueller denn je.

Mit Kinky Boots kehrt eines der erfolgreichsten Musicals der letzten Jahrzehnte endlich nach Deutschland zurück. Vom 28. Oktober bis 9. November 2025 zeigt das Deutsche Theater München die englischsprachige Originalproduktion mit deutschen Übertiteln – und bringt damit Glamour, Herz und eine wichtige Botschaft auf die Bühne.

Die Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit: Der junge Charlie Price erbt die Schuhfabrik seines Vaters – und steht vor dem Ruin. Erst die Begegnung mit der Drag Queen Lola bringt die rettende Idee: robuste, sexy Stiefel für Drag Queens. Aus dieser ungewöhnlichen Partnerschaft entsteht nicht nur eine neue Schuhlinie, sondern auch eine Geschichte über Freundschaft, Mut und das Überwinden von Vorurteilen.

Pop-Ikone Cyndi Lauper komponierte für Kinky Boots die Musik und schrieb damit Broadway-Geschichte – als erste Frau, die einen Tony Award für die beste Musik gewann. Ihr Sound – eine Mischung aus Funk, Pop und purer Lebensfreude – trägt das Musical und macht es zu einer Feier der Diversität, Selbstakzeptanz und Liebe zum Leben.

Nach ausverkauften Shows am Broadway und im Londoner West End begeistert Kinky Boots nun auch in München – mitreißend, humorvoll und aktueller denn je.

Kinky Boots – Deutsches Theater München

Interview mit Cyndi Lauper:

Was hat dich zuerst an der Geschichte von Kinky Boots fasziniert, und warum wolltest du Teil der Bühnenfassung sein?

Ich habe mich sehr mit der Geschichte von Kinky Boots identifiziert, da ich mich in meinem Leben oft wie eine Außenseiterin gefühlt habe. Außerdem kenne ich Jerry Mitchell und Harvey Fierstein schon seit Jahren und wollte immer mit ihnen zusammenarbeiten. Deshalb war ich begeistert, dass sich mir mit diesem Projekt die Gelegenheit bot, mit meinen Freunden zu arbeiten!

Wie unterscheidet sich das Schreiben von Musik für ein Broadway-Stück von dem Schreiben von Popsongs in Deiner Karriere?

Es ist völlig anders. Man kann in unterschiedlichen Stilen und Stimmen schreiben, weil man für verschiedene Figuren komponiert. Natürlich ist nicht jeder Song auf meinen Alben autobiografisch, oft erzähle ich Geschichten anderer Menschen. Aber für Figuren zu schreiben bedeutet, ihre Stimme und Perspektive einzunehmen, und das macht es anders. Außerdem müssen Songs in einem Musical die Handlung voranbringen. Das ist eine zusätzliche Herausforderung, die man nicht hat, wenn man nur für sich selbst schreibt. Eine der aufregendsten Dinge, die Harvey mir beim Schreiben von Kinky Boots beigebracht hat, war, dass es keine Regeln gibt. Ich fragte ihn nach den Regeln und er sagte immer wieder: „Es gibt keine!“ Das fand ich großartig, denn in der Musikindustrie gibt es sehr viele Regeln, an die man sich halten soll.

Hattest du schon einen bestimmten Sound im Kopf, oder entwickelte er sich während der Arbeit mit dem Produktionsteam?

Ich habe für jede einzelne Figur geschrieben, dadurch entwickelte sich der Sound, während das Kreativteam die Charaktere ausgestaltete. So konnte ich in vielen verschiedenen Stilen und Stimmen arbeiten. Während des Casting-Prozesses musste ich außerdem an die Stimmlagen anderer denken, an das, was ihre Figur gerade durchmacht, wie der Song die Handlung voranbringen kann und viele weitere Dinge, an die ich beim Schreiben für mich selbst gar nicht denke. Deshalb gibt es zwar einige Songs, die „nach mir“ klingen, aber insgesamt eine große Vielfalt im Sound.

Kinky Boots – The Musical | Foto: Pamela Raith

Welche Botschaft hoffst du, dass das Publikum nach Kinky Boots mitnimmt?

Ich hoffe, dass es die Menschen glücklich macht. In unserer Welt passiert gerade so viel, dass man manchmal einfach nur abschalten, sich unterhalten lassen und Freude empfinden möchte. Kinky Boots bietet das ganz bestimmt. Gleichzeitig hoffe ich, dass es die Herzen und Köpfe der Menschen öffnet – für Menschen, die anders sind als sie selbst.

Der Gewinn des Tony Awards für die beste Originalmusik war historisch, da du die erste Frau warst, die diese Kategorie allein gewann. Was bedeutete das für dich persönlich?

Es gibt immer noch viele Grenzen, die überwunden werden können, besonders für Frauen im Theater- und Musikbereich. Ich war sehr stolz, die erste alleinige Komponistin und Texterin zu sein, die einen Tony Award gewonnen hat, aber das hätte schon lange vor 2013 passieren sollen! Ich freue mich, dass seit meinem Gewinn viele weitere Frauen in der Kategorie „Best Score“ nominiert wurden und einige sogar gewonnen haben, das ist wunderbar!

Im Oktober 2022 hast du den „Girls Just Want to Have Fundamental Rights Fund“ ins Leben gerufen, um Initiativen zur Förderung der Rechte und Gesundheit von Frauen zu unterstützen. Was bedeutet es dir, für Frauenrechte einzustehen?

Es war nie wichtiger, für Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt einzutreten. Unsere Rechte werden uns genommen und ich weigere mich, Bürgerin zweiter Klasse zu sein. Hören Sie, ich habe mein erstes Bustier verbrannt, als ich jung war, und ich werde niemals aufgeben, bis Frauen vollwertige und gleichberechtigte Mitglieder der Gesellschaft sind.

Welche Erwartungen hast du, wie das Publikum in Deutschland und der Schweiz auf die Geschichte reagieren wird – im Vergleich zu Broadway oder West End?

Ich hoffe, dass das Publikum genauso begeistert, reagiert wie am Broadway, am West End und überall sonst, wo das Stück seit 2013 gespielt wurde. Vor allem ist es einfach eine Glückspille! Es ist so voller Freude und Spaß und ich denke, gerade heutzutage können wir alle ein bisschen davon gebrauchen. Gleichzeitig ist es universell: Jeder kann sich in Teilen der Geschichte wiederfinden. Sei es in komplizierten Beziehungen zu den Eltern, in einem Lebensweg, den sie für uns wollten, oder im Umgang mit Menschen, die anders sind, bei dem wir nicht immer wissen, wie wir reagieren sollen.

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